Jazz Festival Willisau 2015 hat gefallen

Mit dem unverkennbaren, hallend-lyrischen Gitarrenklang des amerikanischen Altmeisters John Abercrombie ist am Sonntag das Jazz Festival Willisau 2015 zu Ende gegangen. Zuvor gab der Pianist Michel Wintsch ein anspruchsvoll improviertes Solokonzert.

Die Hauptbühne des Jazz Festivals Willisau. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die Hauptbühne des Jazz Festivals Willisau. zvg

Festivalleiter Arno Troxler blickt zufrieden auf die 41. Ausgabe des Festivals zurück. Hervorragende Konzerte und das schöne Wetter hätten zur guten Stimmung auf dem Festivalgelände beigetragen. Auch der Publikumsaufmarsch blieb mit rund 4500 Besuchern im Rahmen der Vorjahre.

Es scheint, als hätte Troxler mit seinem Programm die zuvor erodierenden Eintrittszahlen gestoppt und für eine Stabilisierung gesorgt. Musikalisch brachte das Festival abwechslungs- und kontrastreiche Konfrontationen mit Gruppen aus der zeitgenössischen Jazz- und Improvisationsszene.

Dabei setzten vor allem die amerikanischen Formationen den Massstab und sorgten für Kontinuität. Das begann bereits am Eröffnungsabend mit der in der Elektronic-Jazz-Fusion von Miles Davis verwurzelten, aber auf der Höhe der Zeit spielenden Gruppe High Risk des Trompeters Dave Douglas.

Herausragende Schweizer Gruppen

Bei der von diesen Formationen gesetzten Standards konnten auch die meisten Schweizer Formationen auf der Hauptbühne mithalten. Zwei Schweizer Formationen setzten eigenständige Schwerpunkte. So las Tim Krohn aus seinem Buch «Die Erfindung der Welt» Texte, die um die Schöpfung kreisten, subtil begleitet von Anna Trauffer (Bass, Gesang) und Philipp Schaufelberger (Gitarre) – ein für Willisau atypischer Auftritt.

Der kompromissloseste zeitgenössische Beitrag im Hauptprogramm war von Schnellertollermeier zu hören: Die drei Musiker legten einen intensiven jazzig-rockigen Parforce-Ritt auf elektronischem Sound zurück.