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Käserei Pragel-Bödmeren Der Käsermeister verlässt die erfolgreiche Alpkäserei

Die Differenzen zwischen dem Betriebsleiter und einigen Älplern konnten nicht behoben werden.

Toni Holdener leitet zusammen mit seiner Frau die Alpkäserei Pragel-Bödmeren. Wie der Bote der Urschweiz berichtet, merkte er im Sommer 2012 zum ersten Mal, dass mit der Milch eines Älplers etwas nicht stimme. Die Milch gab zu wenig Käse. Es war eindeutig, die Milch war mit Wasser gestreckt. Holdener suchte das Gespräch mit dem betroffenen Produzenten, doch auch danach lieferte er immer wieder gepanschte Milch.

Der Beweis war eindeutig. Wir liessen die Milch im Labor überprüfen.
Autor: Toni HoldenerKäsermeister

Weil auch andere Älpler schlechte Milch lieferten, wandte sich Käsermeister Holdener an den Genossenschafts-Vorstand der Alpkäserei Pragel-Bödmeren, also an seinen Arbeitgeber. Dieser versuchte das Problem an einem runden Tisch zu lösen. Doch die Aussprache eskalierte. Die Leute hätten sich zusammengetan und Gegendruck erzeugt, «Die Leute stellten mich fast als Täter hin» erinnert sich Holdener.

Der Vorstand der Genossenschaft stellte schliesslich Regeln für die Qualität der Milch auf. Darauf besserte sich Lage etwas. Doch der Streit zwischen vier der vierzehn Milchlieferanten blieb. Unter diesen Umständen wollte aber Toni Holdener und seine Frau nicht mehr weiterarbeiten. Im Herbst 2017 kündigte er, arbeitet aber vorläufig weiter.

Verlust für die Käsereigenossenschaft

Für die Genossenschaft sei es ein Verlust sagt Landammann Othmar Reichmuth, Kassier der Alpkäsereigenossenschaft. Das Ehepaar Holdener habe einen hervorragenden Job gemacht. Sie hätten im Vorstand immer über die Differenzen diskutiert, aber nun sei es halt zum Eklat gekommen und die Genossenschaft müsse damit umgehen.

Nun ist es zum Eklat gekommen - Toni Holdener hat die Konsequenzen gezogen.
Autor: Othmar ReichmuthLandammann und Kassier der Genossenschaft

Holdener selber schaut auf seine Jahre im Muotathal zurück: «Der Genossenschaftsgedanke war zu wenig da. Es ist sehr schwierig mit einer Genossenschaft etwas zu machen, wenn nicht alle am gleichen Strick ziehen.» Für ihn müsse es in Zukunft 100 Prozent stimmen, damit er wieder in ein solches Projekt einsteigen würde. Er wird noch bis im April auf der Bödmeren arbeiten. Wie es danach weiter geht, weiss er noch nicht.

Die Genossenschaft konnte für den Alpsommer 2018 einen neuen Käser verpflichten.

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