Kältewelle in der Schweiz Kalter Januar freut die Zentralschweizer Bauern

Schädlinge und Insekten, wie zum Beispiel die Kirschessigfliege, leiden unter den eisigen Temperaturen. Wenn sie keinen geschützten Unterschlupf finden, verenden sie. Deshalb kommt den Bauern der kalte Januar gelegen. Sie hoffen, dass sie deshalb im Sommer weniger Schädlinge bekämpfen müssen.

Eine kleine rote Fliege. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Insekten wie die die Kirschessigfliege verenden bei längere anhaltenden Minustemperaturen. Keystone

«Da wir nun schon 11 Tage Temperaturen unter Null Grad haben, werden sicher einige Insekten und Schädlinge verenden. Nur diejenigen überleben, welche sich einen geschützten Unterschlupf suchen konnten», sagt Stefan Kuske, Schädlingsforscher bei Agroscope, gegenüber Radio SRF.

Auch Stefan Heller vom Luzerner Bäuerinnen- und Bauernverband geht davon aus, dass während der Kältewelle viele Schädlinge absterben: «Wieviel die Kälte den Tieren ausmacht, wird sich wohl erst im Sommer zeigen. Wir gehen aber davon aus, dass es wegen der eisigen Temperaturen zu keiner Schädlingsplage kommen wird.»

Klimawandel wird in Zukunft mehr Schädlinge bringen

Allerdings dürfe man nicht vergessen, dass das letzte Jahr und insbesondere der Dezember extrem warm gewesen seien. Deshalb hätten die Schädlinge während der warmen Zeit ihre Populationen ausbauen können, sagt Schädlingsforscher Kuske weiter.

«Wir gehen davon aus, dass wir uns in Zukunft sogar noch mehr mit der Schädlingsbekämpfung beschäftigen werden müssen. Mit dem Klimawandel, den kürzeren Wintern und den veränderten Lebensbedingungen wird es immer wieder neue Schädlinge geben», ist sich Stefan Heller vom Luzerner Bäuerinnen- und Bauernverband sicher.

Regionaljournal Zentralschweiz; 17:30 Uhr