Kanton Uri greift härter durch im Kampf gegen Masern

Im Kanton Uri gehen die Masern um. Ungeimpfte Kinder aus betroffenen Familien oder Schulklassen werden künftig präventiv bis zu drei Wochen von der Schule ausgeschlossen. Dies sei gemäss dem Urner Kantonsarzt die neue Strategie des Bundes, die im Herbst bekanntgegeben werde.

Eine Frau macht eine Masernimpfung. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Bei einem Masernfall in der Klasse werden nicht geimpfte Schüler bis zu drei Wochen von der Schule ausgeschlossen. Keystone

Eine Masernepidemie sei im Kanton Uri nicht ausgebrochen, betont Kantonsarzt Philipp Gamma, es seien drei bis vier Familien betroffen, dies sei lediglich eine saisonale Häufung. Allerdings hat der Kanton dieses Mal anders reagiert: «Wenn es in einer Familie oder einer Klasse einen Masernfall gibt, werden die ungeimpften Kinder von der Schule ausgeschlossen», so Philipp Gamma gegenüber dem Regionaljournal Zentralschweiz.

Dieser Ausschluss könne bis zu drei Wochen dauern und betreffe auch Kinderkrippen, Schul- und Ferienlager oder die Arbeitsorte der Eltern. Umgesetzt werde die Massnahme von nun an, da sie zu einer neuen Strategie des Bundesamtes für Gesundheit gehört. Diese hat zum Ziel, die Masern auszurotten.

«Im Kanton Uri sind momentan 87 Prozent der Leute geimpft, das ist zwar mehr als früher, aber immer noch zu wenig», sagt Philipp Gamma. Damit keine Ansteckungsgefahr mehr vorhanden sei, müssten 95 Prozent der Bevölkerung geimpft sein.