Kantone sind beim Thema Radikalisierung wachsam

Mit der Betreuung von Asylsuchenden sind die Kantone aktuell stark gefordert. Dabei wollen sie auch Fälle von Asylsuchenden früh erkennen, die sich radikalisieren könnten. Mit einer intensiven Betreuung und einer guten Integration soll eine Radikalisierung verhindert werden.

Asylsuchende in einer Asylunterkunft auf Rigi Klösterli. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Asylsuchende in einer Asylunterkunft auf Rigi Klösterli. Keystone

Fälle von Radikalisierungen, bei denen die Polizei einschreiten musste, seien in den letzten Jahren im Kanton Luzern nie vorgekommen. Das sagt Silvia Bolliger, die Leiterin ad interim der Abteilung Asyl- und Flüchtlingswesen gegenüber Radio SRF. Bei möglichen Radikalisierungen habe man keine Probleme gehabt in der Vergangenheit.

Dass man aber trotzdem wachsam sei, wie sich die Asylsuchenden verhalten, gehöre zum normalen Auftrag. In den Asylzentren mit 24-Stunden-Betreuung habe man einen guten Überblick. Aktuell ist eine Betreuungsperson für 13 Asylsuchende zuständig.

«Auch in den Wohnungen, in denen Asylsuchende leben, wird regelmässig vorbeigeschaut», sagt Silvia Bolliger. So könne man auch erkennen, wenn es Hinweise gebe auf radikale Tendenzen.

Besonderes Augenmerk auf Minderjährige

Einer möglichen Radikalisierung von Asylbewerbern will man auch im Kanton Schwyz entgegenwirken, wo die Caritas für die Betreuung zuständig ist. Auch im Kanton Schwyz habe man in der Vergangenheit keine Fälle registriert.

Man sei trotzdem vorbereitet, falls es erste Anzeichen einer Radikalisierung gebe. «Ein Anzeichen, auf welches wir schauen, ist, wenn sich eine Person plötzlich zurückzieht oder ihr Verhalten ändert», sagt Fiona Elze, die beim Amt für Migration die Abteilung Asyl leitet.

Ein besonderes Augenmerk lege man auf unbegleitete, minderjährige Asylsuchende. «Minderjährige sind meiner Ansicht nach noch sehr beeinflussbar.» Hier gelte es, mit guter beruflicher und gesellschaftlicher Integration entgegenzuwirken. Deshalb sollte in diesem Bereich möglichst nicht gespart werden, findet Fiona Elze.

Regionaljournal Zentralschweiz, 17:30 Uhr