Korsettière und Powerfrau Korsett-Pionierin: In der Nacht nähte sie, am Tag verkaufte sie

Die meisten Luzernerinnen und Luzerner kennen es, seit sie denken können: Das Unterwäsche-Fachgeschäft «Schärer-Linder» gleich beim Bahnhof. Hinter dem 90-jährigen Geschäft versteckt sich eine spezielle Familiengeschichte - mit Tradition, Geschäftssinn und Frauenpower.

Angefangen hat alles in den 1920er-Jahren, mit Lina Schärer, einer Frau, die machte, was zu jener Zeit alles andere als üblich war. Nach einer Lehre als Korsett-Schneiderin eröffnete sie in Luzern ihr eigenes Geschäft. Ihre Tochter, Irène Truninger, damals vierjährig, erinnert sich: «Sie fertigte Korsetts nach Mass an. In der Nacht nähte sie, am Tag verkaufte sie.»

Mit der Gründung von «Schärer-Linder» begann eine lange Familientradition. Die Tochter der Gründerin, Irène Truninger, lernte auch Korsettière, übernahm dann später das Geschäft. Und dasselbe tat dann auch ihre Tochter Brigitte Kuster. Drei Generationen Frauenpower, die das Geschäft weiterentwickelten. Von den Korsetts zur Unterwäsche, von der eigenen Schneiderei zum Verkauf von grossen, exklusiven Marken.

Vierte Generation: Wechsel zum Mann

Nun, zum neunzigsten Geburtstag des Geschäfts, ist die Übergabe an die vierte Generation erfolgt. Und mangels weiblicher Nachkommen ist neu ein Mann am Ruder. Brigitte Kusters Sohn hat die Geschäftsführung übernommen, obwohl lange nichts darauf hindeutete. Denn Patrick Kuster studierte zuerst Molekularbiologie und arbeitete dann lange in Amerika. Doch nun ist er zurück in Luzern und führt die Familientradition weiter.

Regionaljournal Zentralschweiz, 17:30 Uhr