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Label für Luzerner Vereine «Wir wollen Vereine dazu motivieren, ihre Qualitäten aufzuzeigen»

Die IG Sport Luzern vergibt neu Labels an Vereine und Verbände. Das Ziel: Die Qualität soll verbessert werden. Der Präsident der IG Sport Luzern, der Emmer Gemeinderat Urs Dickerhof, erklärt im Gespräch, was er sich von den Labels erhofft.

Legende: Audio «Die Eltern wollen einfach wissen, dass sie ihr Kind einem Verein anvertrauen können» abspielen. Laufzeit 07:20 Minuten.
07:20 min, aus Regionaljournal Zentralschweiz vom 12.05.2018.

SRF News: Was bringt es überhaupt, wenn ein Verein ein solches Qualitäts-Label besitzt?

Urs Dickerhof: Die Eltern eines Kindes wissen dann, dass der Verein gewisse Vorsichtsmassnahmen getroffen hat, beispielsweise im Bereich der sexualisierten Gewalt oder bei Mobbing. Wenn etwas passiert, wissen die Vereine, wie zu reagieren ist dank Konzepten und Ausbildungen. Die Eltern wissen dann: hier ist ein Verein, der bei Notsituationen bereit ist.

Da sind wir bei den Kriterien, die ein Verein für das Label erfüllen muss. Wie sehen diese aus?

Die Ausbildung der Trainer gehört dazu, damit diese Kinder, Erwachsene und Senioren altersgerecht trainieren können. Es braucht eine klare Vereinsorganisation mit Generalversammlung und es müssen auch Anstrengungen ersichtlich sein für die Integration von Schwächeren oder Migrantinnen und Migranten.

Bekommen Vereine, die das Label besitzen, mehr Geld?

Die Vereine erhalten Swisslos-Gelder, die von der Sportförderungskommission verteilt werden. Es liegt dann in der Entscheidungskompetenz der Kommission, ob ein Verein mit Label mehr Geld erhält und ein Verein ohne Label weniger.

Gab es Druck von Seiten des Kantons Luzern, dass sich die Vereine einem solchen Label-Test unterziehen?

Es wäre falsch, von Druck zu sprechen, wenn man Vereine dazu motivieren will, ihre Qualitäten aufzuzeigen. Es geht eher darum, dass jeder Verein froh ist, dass er auf alle möglichen Vorkommnisse vorbereitet ist. Da braucht es keinen Druck vom Kanton. Die Eltern wollen heutzutage einfach wissen, dass sie ihr Kind einem Verein anvertrauen können, der alle Vorsichtsmassnahmen getroffen hat.

Vereine müssen Engagement belegen

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Nach der Genehmigung des neuen Sportpolitischen Konzepts im Sommer 2017 wurde die IG Sport durch den Kanton Luzern beauftragt, die Qualitätssicherung unter den Luzerner Sportvereinen durchzuführen. In einem Online-Fragebogen werden rund 60 Fragen gestellt zu Organisation und Vereinsstrukturen, Förderung des Kinder- und Jugendsports sowie Sicherheit, Prävention und Integration. Hintergrund dieser Zertifizierung ist die Geldvergabe über Swisslos und den Kanton Luzern.

Was passiert eigentlich mit einem Verein, der die Kriterien dann nicht erfüllt?

Wenn die Verantwortlichen die Umfrage mit den Kriterien ausgefüllt haben, wird ihnen anschliessend mitgeteilt, was noch fehlt für das Erreichen des Labels. Wir machen sie dann aufmerksam auf die Weiterbildungsangebote von Swiss Olympic. Wenn diese dann absolviert sind, kann das Gesuch noch einmal eingereicht werden.

Ist das wirklich mehr als ein Marketing-Gag, dieses Label?

Wir brauchen keinen Marketing-Gag. Das Label ist unser Bemühen, dass wir den Sport im Kanton Luzern so fördern, dass die Qualität in der Ausbildung sichergestellt ist. Es ist heute nicht mehr so einfach, alleine als Verein dazustehen und die Herausforderungen der Zeit anzunehmen. Und wenn die Vereine auf Konzepte zurückgreifen können, gibt das den Vorständen, Trainern und Eltern Sicherheit, dass sie die Kinder in den Verein schicken können.

Das Gespräch führte Marlies Zehnder.

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