Asylwesen im Kanton Luzern Lob und Kritik von Gemeinden für Flüchtlingsorganisation

Der Kanton Luzern verfügt wieder über genügend viele Unterkünfte, um die ihm vom Bund zugewiesenen Asylbewerber unterzubringen. Er entlässt deswegen die Gemeinden aus der Pflicht, Asylplätze zur Verfügung zu stellen.

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Bildlegende: Eine der kantonalen Unterkünfte für Asylsuchende ist diese Anlage in Oberkirch. zvg

Die Reaktionen fallen unterschiedlich aus: Einige Gemeinden sind sehr zufrieden damit, dass sie 2017 nicht mehr vom Kanton verpflichtet werden, eine gewisse Anzahl an Unterkünften für Asylsuchende bereitzustellen.

Allerdings gibt es auch andere Stimmen. So hat sich der Gemeinderat Buchrain zu Wort gemeldet. Er kritisiert die Strategie des Kantons. Buchrain hatte während mehrerer Monate ein Asylzentrum in einer Zivilschutzanlage. Dieses wurde vom Kanton wieder geschlossen, die Asylsuchenden auf andere Zentren oder in Wohnungen in anderen Gemeinden umverteilt.

Kritik aus Buchrain

«Der Aspekt, dass dies Menschen sind, die sich integrieren möchten, wurde hier komplett vernachlässigt. Menschen, die auch Bezugspersonen, Bezugsorte brauchen, um in Ruhe hier anzukommen», sagt Sandra Gerber, Sozialvorsteherin aus Buchrain. Die Strategie des Kantons sieht jedoch vor, dass unterirdische Anlagen geschlossen werden, um eine oberirdische Unterbringung zu gewährleisten.

Aktuell sind im Kanton Luzern rund 1800 Asylsuchende untergebracht. Laut dem Kanton gibt es noch 500 Reserveplätze.