Lohngleichheit: «Bis in ungefähr 30 Jahren kein Thema mehr»

Noch immer verdienen laut Statistik Luzern (LuStat) Männer rund 14 Prozent mehr als Frauen. Um auf das Problem aufmerksam zu machen, wird bis am Samstag eine Wanderausstellung auf dem Luzerner Bahnhofplatz zu sehen sein.

«Ich werde in gut 20 Jahren pensioniert. Im Idealfall muss meine Stelle danach nur noch für einige Jahre ausgeschrieben werden», sagt Marc da Silva. Er ist bei der Dienstelle Soziales und Gesellschaft des Kantons Luzern angestellt und unter anderem für die Gleichstellung von Mann und Frau zuständig. «Ich denke, bis dann sollte die Lohngleichheit kein Thema mehr sein.»

Zusatzinhalt überspringen

Lohnmobil

Die Wanderausstellung Lohnmobil und das Rahmenproramm mit Workshops, Referaten und Beratungen finden vom 10.-14 Mai auf dem Bahnhofsplatz in Luzern statt.Präsentiert wird es vom Kanton Luzern, der Frauenzentrale, der Hochschule und der Pädagogischen Hochschule, der Universität, dem Business & Professional Woman Club und der Stadt Luzern.

Noch gibt es aber im Durchschnitt einen Unterschied von rund 14 Prozent zwischen Frauen- und Männerlöhnen. Ungefähr die Hälfte davon ist nicht erklärbar durch die Stellung oder die Arbeitserfahrung. Es ist anzunehmen, dass dieser Unterschied auf Diskriminierung zurückzuführen ist. «Erklären kann man die Lohnungleichheit allenfalls damit, dass das Gleichstellungsgesetz erst seit 1981 in der Verfassung ist.» Das Thema habe laut Marc da Silva bei vielen Leuten (noch) keine Priorität.

Fortschrittliche Gastronomiebranche

«Am besten angeglichen sind die Löhne im Gastgewerbe oder im Grundstücks- und Wohnungswesen», sagt Marc da Silva. «In der Textil- und Lederbranche, im Maschinenbau oder im Druckgewerbe gibt es noch Nachholbedarf.» Die branchenabhängigen Unterschiede zu erklären, ist schwierig. «Es ist anzunehmen, dass die nicht relevanten Lohnmerkmale eine kleinere Rolle spielen in gewissen Branchen.»

Regionaljournal Zentralschweiz; 17.30 Uhr