Lucerne Festival vertont Kuhglocken und Strassenlärm

Der Amerikaner Tod Machover hat 2014 angefangen, die Geräusche der Stadt Luzern einzufangen. Über eine Handy-App wurden auch Luzernerinnen und Luzerner dazu aufgerufen, sich am Projekt zu beteiligen. Aus Kinderlachen, hupendenden Autos und dem Rauschen der Reuss ist jetzt eine Sinfonie entstanden.

Das gut zwanzigminütige Stück «Eine Sinfonie für Luzern» vereint die realen Geräusche der Stadt mit Interpretationen des Orchesters. Während der Uraufführung im KKL stehen aber nicht nur Orchestermusiker auf der Bühne, sondern auch Luzernerinnen und Luzerner: Ein Kinderchor tritt auf, der Organist Wolfgang Sieber - und auch eine Fasnachtsgruppe marschiert in voller Montur in den Weissen Saal.

Während der Aufführung ist nicht immer erkennbar, welche Geräusche der Komponist im Kopf hatte. Doch das Werk kommt bei den Besucherinnen und Besuchern trotzdem sehr gut an:

«  Ich bin ohne grosse Erwartungen ins Konzert - während der ganzen Aufführung hatte ich dann feuchte Augen, die Musik hat mich so berührt. »
«  Man hat Luzern so auf eine Art erlebt, wie man die Stadt wahrscheinlich kaum mehr erleben wird. »

Das ganz spezielle Konzert wird wohl nicht so schnell wieder aufgeführt. Der Komponist Tod Machover hat nach der Aufführung aber versprochen, dass er einen Videomitschnitt so bald wie möglich gratis ins Internet stellen werde.

Regionaljournal Zentralschweiz; 17:30 Uhr.