Luzern bietet Zuflucht für eritreischen Lyriker

Der eritreische Menschenrechtsaktivist und Lyriker Daniel Mekonnen kommt für ein Jahr in Luzern unter. Er ist der erste Gast im neuen «Atelier für verfolgte Schriftsteller». Dieses befindet sich im obersten Stock eines Hauses in der Luzerner Altstadt - dort, wo früher Otto Marchis Schreibstube war.

Adi Blum vom deutschschweizer PEN-Zentrum und der Eritreer Daniel Mekonnen. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Adi Blum vom deutschschweizer PEN-Zentrum und der Eritreer Daniel Mekonnen. SRF

Das neue Atelier aufgebaut hat der deutschschweizer Ableger des Autorenverbands PEN. Dass das Atelier in Luzern entstand, sei dem Zufall zu verdanken, sagt Adi Blum vom PEN Zentrum. Die Stadt Luzern, die nach Otto Marchis Tod das Atelier übernommen hatte, wollte es nicht mehr weiterführen.

Die Idee eines Ateliers für verfolgte Schriftsteller ist keine Schweizer Erfindung. «Es sind 40 Städte in der ganzen Welt, die sich als Städte der Zuflucht outen, und Schriftstellern, Literaten oder Journalisten ein Stipendium plus Wohnmöglichkeit zur Verfügung stellen», sagt Adi Blum.

Dass mit dem Menschenrechtsaktivisten und Lyriker Daniel Mekonnen als erster Gast ein Eritreer ausgewählt wurde, habe gute Gründe, erklärt Blum. Angesichts der politischen Diskussion in der Schweiz sei es «bestimmt eine Bereicherung, hier auch eine orginal eritreische Stimme zu hören». So wird Daniel Mekonnen im Mai im Literaturhaus Stans einen Auftritt haben. Und kürzlich sprach er auch an der Kantonsschule Luzern.

Regionaljournal Zentralschweiz 17:30 Uhr

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel