Luzerner Ex-Kadermann wegen Schmiergeld angeklagt

Der ehemalige Chef der Dienststelle Informatik des Kantons Luzern muss sich vor dem Kriminalgericht verantworten. Der 47-Jährige soll bei der Vergabe von Aufträgen rund 320'000 Franken «Provisionen» in die eigene Tasche erwirtschaftet haben.

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Bildlegende: Der ehemalige Leiter der Dienststelle Informatik soll privat Provisionszahlungen bezogen haben. Keystone

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Politische Diskussion

Die Affäre in der Dienststelle Informatik hatte auch die Politik beschäftigt. Die parlamentarische Aufsichts- und Kontrollkommission warf dem parteilosen Finanzdirektor Marcel Schwerzmann vor, die Tragweite der Vorfälle unterschätzt zu haben. Die Kommission kritisierte zudem den Gesamtregierungsrat, er handle immer nur auf ihren Druck hin.

Dem Mann wird vorgeworfen, er habe mit Lieferanten der Dienststelle Informatik so genannte Provisions- und Tippgeberverträge abgeschlossen, teilte die Staatsanwaltschaft am Mittwoch mit. Bei der Erteilung von Aufträgen habe er dann - zusätzlich zum Lohn als Staatsangestellter - privat Provisionszahlungen bezogen.

Er habe die fraglichen Verträge ohne Wissen seiner Vorgesetzten abgeschlossen. Die Staatsanwaltschaft geht von einer Deliktsumme von 323'000 Franken aus.

Der Luzerner Regierungsrat hatte 2013 gegen den ehemaligen Kantonsangestellten Strafanzeige eingereicht. Er wurde vorübergehend festgenommen und in Untersuchungshaft gesetzt. Die Staatsanwaltschaft konnte die Schlusseinvernahme im Verlauf dieses Monats durchführen. Die Untersuchungsakten füllten 52 Bundesordner. Es gilt die Unschuldsvermutung.