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Zentralschweiz Luzerner Gericht weist Haftungsklage von Armbrust-Opfer ab

Die Frau, die im Kanton Luzern 2007 von ihrem damaligen Freund mit einer Armbrust malträtiert worden war und nur knapp überlebte, ist mit einer Haftungsklage gegen den Kanton vor dem Luzerner Bezirksgericht abgeblitzt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

 Bezirksgericht Luzern
Legende: Das Bezirksgericht Luzern hat die Klage des Opfers abgewiesen. SRF

Nach Auffassung des Gerichts kann den Angestellten des Kantons keine widerrechtliche Handlung oder Unterlassung nachgewiesen werden, wie aus dem am Donnerstag publizierten Urteil hervorgeht.

Die heute 47-Jährige verklagte den Kanton Luzern auf Genugtuung. Ihrer Meinung nach war sie von den Behörden nicht hinreichend über die Vorgeschichte ihres gewalttätigen Freundes aufgeklärt worden. Dieser war wegen Mordes, Vergewaltigung, Stalkings und hoher Rückfallgefahr den Ämtern bekannt gewesen.

Die Frau hatte sich 2007 nach Eifersuchtsanfällen ihres Freundes bei den Behörden über ihn erkundigen wollen. Nachdem sie ihm per E-Mail die Trennung bekannt gegeben hatte, wurde sie bei sich zu Hause von ihrem Freund gefangen genommen. Er vergewaltigte sie und schoss dreimal mit einer Armbrust auf sie.

Der Kanton bestritt im Zivilprozess Ende August eine Haftung. Die traumatisierte Frau hingegen warf dem Kanton vor, den Datenschutz und die Persönlichkeitsrechte des Täters über jene des Opfers gestellt zu haben.

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Bruno Hochuli (Bruno Hochuli)
    Es muss doch möglich sein, dass die Polizei, oder die Staatsanwaltschaft, wenn sie weiss wie gefärlich ein Täter ist, der das Leben der Partnerin oder Partners zerstören will, gewarnt werden sollte. Anscheinend wird der Täterschutz mehr gewichtet als der Opferschutz und das sollte um keinen Umständen geschehen. Traurig genug, dass ein Opfer bis vor höchste Instanzen gehen muss um endlich diesem Unsinn ein Ende zu bereiten.
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  • Kommentar von Harald Buchmann (Harald_Buchmann)
    Kommen Politiker hier selber auf die Idee, oder braucht es erst wieder eine Initiative, um ein Register fuer Sexualstraftaeter einzufuehren?
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  • Kommentar von E. R. Röthlisberger (sodeli)
    Die Anfrage der Frau bei der Behörde war der indirekte Antrag um Schutz. Wenn die *Behörde-Person*, in vollem Wissen um die Akte "Gewalttäter", in solchen Fällen nicht sofort den Schutz der Frau auslöst, ist das Fahrlässigkeit. Die "Behörde-Person" hat eine grosse Mitschuld.
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