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Thomas Schurter: «Klar habe ich Respekt»
Aus Regionaljournal Zentralschweiz vom 13.05.2020.
abspielen. Laufzeit 08:48 Minuten.
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Luzerner Industriekonzern Per Crash-Kurs an die Spitze eines Multimillionen-Unternehmens

Bis 2018 war Thomas Schurter Chiropraktor. Dann erfuhr er, dass er das Familienunternehmen übernehmen soll.

Thomas Schurter hat einen abenteuerlichen Berufswechsel hinter sich. Jahrzehntelang arbeitete er als Alternativmediziner, leitete eine eigene Praxis für Chiropraktik - nun sitzt er an der Spitze eines Multimillionen-Unternehmens. Am 1. Mai hat er das Verwaltungsrats-Präsidium des Luzerner Industrieunternehmens Schurter Holding AG übernommen. Er selber bleibt angesichts dieses unüblichen Wechsels entspannt: «Ich fühle mich gut und freue mich auf diese Aufgabe.»

International tätiges Unternehmen

Es ist ein Karrieresprung, wie es ihn nur in einem Familienunternehmen geben kann. Thomas Schurter gehört zur dritten Generation, die das international tätige Unternehmen im Familienbesitz führt. Er übernimmt von seinem Bruder Hans-Rudolf Schurter, der wegen einer Alters-Guillotine aus dem Verwaltungsrat zurücktreten muss. Laut den Statuten scheiden Familienmitglieder nach vollendetem 70. Altersjahr aus dem Verwaltungsrat aus.

Ende 2018 gab ich meine Praxis auf.
Autor: Thomas SchurterVR-Präsident Schurter Holding AG

Die Schurter Holding AG mit Hauptsitz in Luzern hat Gesellschaften in 17 verschiedenen Ländern und beschäftigt weltweit 2000 Angestellte. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete der Hersteller von Elektronikkomponenten einen Umsatz von knapp 270 Millionen Franken. Es braucht kein Insiderwissen, um zu verstehen, dass an der Spitze eines solchen Unternehmens ein anderer Wind weht als in einer Praxis für Chiropraktik.

Er bringt einen neuen Führungsstil

Thomas Schurter hatte eineinhalb Jahre Zeit, um sich auf sein Verwaltungsrats-Präsidium vorzubereiten. Zum Vergleich: Die Polymechaniker-Lehre dauert im selben Unternehmen vier Jahre. «Ende 2018 gab ich meine Praxis auf und trat ins Familienunternehmen ein, um das operative Geschäft zu lernen», meint Schurter. Gleichzeitig habe er einen Verwaltungsrats-Lehrgang an der Hochschule St. Gallen absolviert.

Ganz ohne Vorwissen war ich nicht. Schon der Grossvater nahm mich regelmässig mit ins Geschäft.
Autor: Thomas SchurterVR-Präsident Schurter Holding AG

Er sei sich bewusst, dass er das Unternehmen nicht im selben Stil weiterführen könne wie sein Bruder, der 35 Jahre in verschiedenen leitenden Positionen tätig war. «Natürlich habe ich Respekt, in seine Fussstapfen zu treten», sagt Thomas Schurter, «im Gegensatz zu ihm fehlt mir das Fachwissen, um selbst Entscheidungen zu treffen». Glücklicherweise habe er ein kompetentes Team im Rücken, auf deren Meinung er zählen könne. «Es wird sicher mehr Diskussionen geben im Verwaltungsrat.»

Ausserdem sei er auch nicht ohne jegliches Vorwissen ins Familienunternehmen eingetreten. «Ich war schon vor 2018 Mitglied des Verwaltungsrats und habe dementsprechend eine Ahnung, wie es läuft in der Firma.» Ausserdem sei die Schurter Holding Teil seiner Kindheit gewesen. «Schon der Grossvater nahm mich regelmässig mit ins Geschäft», ergänzt er, «ich bin damit aufgewachsen».

Schurter denkt bereits jetzt an seine Nachfolge

Thomas Schurter ist selbst bereits 64 Jahre alt. Die Alters-Guillotine von 70 Jahren zitterte also bereits über ihm, bevor er seine neue Stelle überhaupt angetreten hatte. Eine seiner wichtigsten Aufgaben als Verwaltungsratspräsident wird es also sein, das Familienunternehmen gesund an die vierte Generation weiterzugeben.

Für meine Nachfolge gibt es einige valable Kandidaten.
Autor: Thomas SchurterVR-Präsident Schurter Holding AG

«Es gibt ein paar valable Kandidaten», meint er. «Einer ist Aufsichtsrat unserer deutschen Gruppengesellschaft und ein anderer arbeitet hier in Luzern im Marketing.» Es ist also bereits jetzt klar, dass Thomas Schurters Nachfolger ihm den Karrieresprung von null auf Verwaltungsratspräsident nicht nachmachen wird.

Regionaljournal Zentralschweiz, 13.05.2020, 17:30 Uhr;

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1 Kommentar

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  • Kommentar von Lukas Gubser  (Mastplast)
    Solange das Unternehmen in Familienhand bleibt und kein halbschlauer Ökonom das Zepter übernimt, wird es schon gut kommen.