Zersiedelung stoppen Luzerner Kulturlandschaft mit Initiativen schützen

Ein überparteiliches Komitee hat zwei Volksinitiativen zum besseren Schutz der Luzerner Kulturlandschaft lanciert.

Ein Quartier das in die Landwirtschaftszone wächst. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Der Siedlungsdruck im Kanton Luzern ist hoch, wie hier in Sursee. SRF

  • Zwei Initiativen sollen die Ausdehnung der Siedlungsflächen und den Verlust von Kulturland im Kanton Luzern bremsen.
  • Dafür hat ein überparteiliches Komitee aus 18 Personen und 16 Verbänden, Organisationen und Parteien sowie Privatpersonen zwei Initiativen lanciert.
  • Während der Schutz der Kulturlandschaft in der Verfassung verankert werden soll, wollen die Initianten der konkreten Umsetzung ihrer Anliegen mit einer Gesetzesinitiative zum Durchbruch verhelfen.
  • Dabei geht es unter anderem um den besseren Schutz von Fruchtfolgeflächen, dem qualitativ besten Landwirtschaftsland.

In Zukunft soll es nicht mehr möglich sein, dass bestes Landwirtschaftsland überbaut wird und die Flächen durch Bodenverschiebung kompensiert werden. Bei der heute erlaubten Bodenverschiebung wird das Erdreich abgetragen, um an einem anderen Ort qualitativ weniger gute Böden zu überdecken.

Zersiedelung stoppen

Ein Hauptanliegen der Initianten ist es, die Zersiedlung der Landschaft zu stoppen. In der Raumplanung werde dem Erhalt der Landschaft zu wenig Beachtung geschenkt. Laut dem Initiativkomitee soll das Siedlungsgebiet gemäss Richtplan bis ins Jahr 2035 um weitere 15 Prozent anwachsen.

Dafür sei eine Fläche von 1500 Hektaren Landwirtschaftsland nötig. «Das bedeutet, dass rund 100 Landwirtschaftsbetriebe verschwinden», sagte Josef Blum, einer der Initianten.

Dieser Entwicklung wollen die Initianten entgegenwirken. Die Gesetzesinitiative verlange nicht mehr, als schon heute in übergeordneten raumplanerischen Bestimmungen enthalten sei. Diesen Bestimmungen müsse aber zum Durchbruch verholfen werden. Dafür brauche es eine Diskussion über den Umgang mit Land und der Landschaft.

Heute sei es oft so, dass auf Gemeindeebene über Einzonungen entschieden werde. Dabei würden vermeintlich wirtschaftliche Argumente meist höher als die Anliegen der Natur und der Landschaft gewichtet.