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Schärfere Massnahmen gegen Schadstoffbelastung im Kanton Luzern
Aus Regionaljournal Zentralschweiz vom 25.06.2020.
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Luzerner Landwirtschaft Schärfere Massnahmen gegen Schadstoffbelastung in der Natur

Die sehr hohe Nutztierdichte im Kanton Luzern führt zu hohen Ammoniakemissionen, die die Ökosysteme belasten. Auch die hohe Phosphorbelastung durch die vielen Landwirtschaftsbetriebe bereiten den Seen Mühe und führen zur Reduktion des Sauerstoffgehalts in den Seen und somit zum Absterben der dortigen Fauna und Flora.

Die bestehenden Massnahmen gehen zu wenig weit, deshalb ergreift der Kanton Luzern weitere Massnahmen unter Einbezug der Landwirtschaft und der Umweltverbände. «Man kann durchaus sagen, dass die Massnahmen bisher nicht verbindlich genug waren», sagt Luzerner Umweltdirektor Fabian Peter, «nun haben wir das nochmals überprüft.»

Folgen von zu viel Ammoniak und Phosphor

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Ammoniak stammt zu über 90 Prozent aus der tierhaltenden Landwirtschaft. Die Freisetzung von Ammoniak in die Luft hat zur Folge, dass Wälder, Moore und andere extensive Ökosysteme mit Stickstoff belastet werden. Dies vermindert die Artenvielfalt, führt zu Bodenversauerung und gefährdet langfristig die Grundwasserqualität.

Phosphor ist ein zentraler Nährstoff für die pflanzliche wie auch tierische Ernährung. Für optimale Erträge in der Landwirtschaft wird er als Düngemittel in Form von Mist oder Gülle den Pflanzen zugeführt. Gelangt durch Überdüngung zu viel Phosphor in stehende Gewässer, führt dies zu übermässigem Algenwachstum. Der für die Zersetzung der abgestorbenen Pflanzen notwendige Sauerstoff wird dem See entzogen, der Lebensraum für andere Lebewesen geht kaputt.

Neue Massnahmen

Deshalb, habe man nun neun teils neue Massnahmen festgelegt, die am 1. Juli in Kraft treten. Wenn diese alle vollumfänglich umgesetzt werden können, erwarte man eine Reduktion der Ammoniakemissionen um 20 Prozent bis 2030 im Vergleich zum Jahr 2014. Folgende Massnahmen sollen unter anderem ergriffen werden:

  • Abdeckung offener Güllelager
  • Ammoniakreduktion bei Stallbauten
  • Modernere Techniken beim Gülleausbringen – sogenannte Schleppschläuche
  • Eiweissreduzierte Nahrung für die Tiere und mehr Weidegang für Kühe
  • Verstärkte Kontrollen durch den Kanton

Ammoniak ist nicht das einzige Sorgenkind im Kanton Luzern. Auch Phosphor, der zur Düngung eingesetzt wird, belastet insbesondere die Mittellandseen. Dort führt er zu übermässigem Algenwachstum und fehlendem Sauerstoff. Die Phosphoreinträge aus der Landwirtschaft sind ebenfalls zu hoch.

Umweltverbände sind unzufrieden

Um Gegensteuer zu geben, startet der Kanton 2021 mit der dritten Phase des 1999 lancierten Phosphorprojekts, an dem Landwirtschaftsbetriebe freiwillig teilnehmen können. Zusätzlich passt der Kanton die Verordnung zur Verminderung der Phosphorbelastung an. Sie beinhaltet Anforderung, die alle Betriebe einhalten müssen, die sich in den Zuströmbereichen der Seen befinden.

Umweltverbände reagierten ablehnend auf die vorgestellten Pläne der Regierung. Mit den vorgesehenen Reduktionen würden nicht einmal die vom Bund gesetzten Umweltziele erreicht. Der Kanton handle damit im Widerspruch zum Umweltgesetz und zur Luftreinhalteverordnung.

«Der kanton wüsste eigentlich was zu tun ist», sagt Samuel Ehrenbold von Pro Natura, «wir haben zu viele Nutztiere in der Region.» Diese müssten reduziert werden. An der Anzahl Schweine, Kühe und Hühner in Luzern will die Regierung nichts ändern. Sie selber hält auch fest, dass sie beim Ammoniak das aus ökologischer Sicht notwendige Ziel einer Reduktion um bis 70 Prozent nicht erreicht werden könne.

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1 Kommentar

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  • Kommentar von Ueli Lang  (Wochenaufenthalter)
    Nun das Problem ist seit über 50 Jahren relevant und bekannt. Bezogen auf das in den Seen gelöste und am Seegrund gebundene Phosphat müsste man die Landwirtschaft im Seeeinzuggebiet schlicht in den nächsten pararJahrzehnten stilllegen. Dafür besteht aber kein politischer Wille und die Kosten will natürlich auch niemand übernehmen. Also bleibt alles beim Alten … weiterhin belüften und so fort!
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