«Määs hat Luzern geprägt»

Die Määs ist seit Jahrhunderten ein Volksfest. Die Landbevölkerung kaufte für den Winter ein und feierte Kilbi mit Tanz, Glücksspielen und Schaustellern. Der Luzerner Heiri Hüsler schreibt ein Buch über die Herbstmesse und er meint: «Die Määs hat Luzern geprägt».

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Bildlegende: Heiri Hüsler schreibt ein Buch über die Geschichte und Geschichten der Luzerner Kilbi und Määs. SRF

Die Määs und die Kilbi gehören in Luzern zusammen. Die Kilbi ist immer am 2. Sonntag im Oktober und liegt inmitten der Herbstmesse. «Määs bedeutet mehrere Tage Markt», sagt der Luzerner Heiri Hüsler. Er schreibt aktuell ein Buch über die Luzerner Herbstmesse. Zudem ist Hüsler Vorstandsmitglied der IG Herbstmesse und war als Polizist jahrelang Platzchef der Määs auf dem Luzerner Inseli.

Mit Strom kam Schwung in das Vergnügen

Der Markt ist so alt wie die Stadt, weil er für Versorgung der Bevölkerung zentral war, das Vergnügungen mit Schaustellern und Glücksspielen kam im Laufe der Jahrhunderte dazu. «Vor 100 Jahren gab es an der Määs eine Schifflischaukel, 1915 kam das erste Dampfkarussell dazu», weiss Hüsler. Mit der Elektrifizierung sei auch abends mehr Schwung in die Määs gekommen.

Nach Ernte Geld für Määs

Die Kilbis finden traditionellerweise im Herbst statt. Das kommt einerseits daher, weil es der Bischof Ende 18. Jahrhundert so verfügte, aber auch weil die Bauersleute die Ernte im Trockenen hatten und über Geld für Wintereinkäufe verfügten. «Die Määs war seit jeher auch immer ein Ort, wo Paare sich kennenlernten, also ein eigentlicher Kuppleranlass», schmunzelt Heiri Hüsler. Die Mädchen zeigten auf der Schaukel etwas Bein und die Burschen liessen beim «Hau den Lukas» ihre Muskeln spielen.

Lebkuchenherz für Herzdamen

Fast jeder Määsbesucher hat Kindheitserinnerungen: «Ich durfte als Kind aufs Rösslispiel, mit dem Resultat, dass ich mich ziemlich übergeben musste», erzählt ein Mann gegenüber Radio SRF.

Eine andere Frau meint: «Es ist wie Heimkommen, da die Socken oder Fusssalben seit Jahren immer am gleichen Ort zu finden sind». Und ein eleganter 82-jähriger Herr meint: «Ich kaufe jedes Jahr ein Lebkuchenherz für eine Dame und es ist nicht immer die gleiche!»