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Legende: Audio Raimund Rodewald, Stiftung für Landschaftsschutz Schweiz: «Eine Moorlandschaft ist kein Museum» abspielen. Laufzeit 10:08 Minuten.
10:08 min, aus Regionaljournal Zentralschweiz vom 26.05.2019.
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Moorwälder Ibergeregg SZ «Eine Moorlandschaft ist kein Museum»

Die Moorwälder auf der Ibergeregg wurden von der Stitung Landschaftsschutz Schweiz zur Landschaft des Jahres gekürt.

Die diesjährige Auszeichnung der Stiftung Landschaftsschutz Schweiz geht an die Moorwälder der Ibergeregg im Kanton Schwyz. Die Waldgebiete der geschützten Moorlandschaft bilden zusammen mit den mosaikartig dazwischenliegenden offenen Moorflächen eine eigentliche Moorwaldlandschaft. «Diese borealen Feuchtwälder sind von grossem Zauber und weisen eine sehr hohe Artenvielfalt auf», heisst es in der Mitteilung der Stiftung.

Ein Moorwald mit umgekippten Bäumen und Schnee auf dem Boden.
Legende: Auf der Ibergeregg (1406 m ü. M.) hält der Winter noch Einzug. Es ist üblich, dass wie jetzt im Mai noch Schnee liegt. SRF / Philippe Weizenegger

Preisempfänger sind die Oberallmeind-Korporation Schwyz (Bodenbesitzerin) und die kantonalen Ämter für Wald und Naturgefahren sowie für Natur, Jagd und Fischerei. Das Preisgeld beträgt 10'000 Franken.

Die Stiftung Landschaftsschutz Schweiz (SL)

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Die Stiftung setzt sich zusammen mit engagierten Menschen für den Schutz, die Pflege und die Aufwertung der Landschaften in der Schweiz ein.

Seit 2011 ernennt die Stiftung jedes Jahr eine Landschaft des Jahres. Die Auswahl wird durch den Stiftungsrat vorgenommen. Dadurch sieht die Stiftung die Möglichkeit, die Werte der schweizerischen Landschaften zu kommunizieren, über deren Gefährdungen zu informieren und das lokale Engagement für die Landschaftspflege zu honorieren. Der Preis wird vom Migros-Genossenschafts-Bund und von Balthasar Schmid, Meggen LU, gestiftet. Die Preissumme beträgt 10'000 Franken.

Remo Bianchi, beim Kanton Schwyz für den Naturschutz zuständig, und Felix Lüscher, Vize-Geschäftsführer der Oberallmeindkorporation Schwyz, sehen den Preis als Anerkennung für ihre Arbeit.

«Trotz jahrelanger Diskussionen und anfänglicher Widerstände konnten wir eine Moorlandschaft mitgestalten in der ein Miteinander funktioniert.»

Ein Blick in den Furenwald bei besten Wetterbedingungen.
Legende: Ein Blick in den Furenwald bei besten Wetterbedingungen, also zumindest für Ausflügler und Touristen. Denn Moore mögen es feucht, zu hohe Temperaturen trocknen sie aus. ZVG / Felix Lüscher

Die seit 2009 geltende Schutzverordnung ist nach Meinung der Stiftung die Grundlage für eine erfolgreiche Zusammenarbeit der Beteiligten. Interessen von Naturschutz, Forst- und Landwirtschaft sowie Tourismus und Erholung seien vorbildlich in Einklang gebracht. Als Erfolg gelobt wird die Reaktivierung der traditionellen Streunutzung.

Ein gemähtes Streuried in verschiedenen Brauntönen umrahmt von grünen Föhren.
Legende: Dank dem Ertrag solcher Flächen (Streuried) gewinnen Älpler und Bauern heute wieder Streu für ihre Tiere im Stall. Gemäht wird dafür im September. ZVG / Konrad Schuler

Der Einfluss des Menschen ist kaum sichtbar in den Moorwäldern. Wanderwege, unter anderem der historische «Weg der Schweiz», hie und da ein Gebäude, verschiedene Informationstafeln. Die Natur hat die Überhand, so der Eindruck. Doch ohne den Menschen würde die Moorlandschaft anders aussehen; sie wäre überwuchert mit Bäumen.

Dementsprechend gross ist der Aufwand, den die Korporation und der Kanton betreiben. Die Landschaft soll so gestaltet werden, dass eine möglichst hohe und trotzdem natürliche Artenvielfalt vorhanden ist. Aber das Gebiet ist riesig, darum gilt es auch pragmatische Entscheide zu treffen. «Die 30 Quadratkilometer grosse Landschaft können wir nicht nach Naturschutz-Lehrbuch pflegen. Es gilt Kompromisse zu machen», sagt Remo Bianchi.

Eine Stromleitung über einen schneebedeckten Weg im Moorgebiet Ibergeregg.
Legende: Eine Stromleitung zieht sich mitten durch das geschützte Gebiet. «So etwas würde heute nie mehr bewilligt werden», erklärt Felix Lüscher von der Oberallmeindkorporation Schwyz. SRF / Philippe Weizenegger
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