Forschungsbericht Uni Luzern Muslime orientieren sich kaum an Imamen und Internet-Predigern

Ein Forschungsteam der Uni Luzern hat junge Schweizer Musliminnen und Muslime zum Umgang mit der Religion befragt. Die Auswertung zeigt: Die Jungen stehen religiösen Vorbildern sehr kritisch gegenüber und diskutieren religiöse Fragen vor allem mit Personen im näheren Umfeld.

Der Koran - die heilige Schrift des Islams. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Der Koran - die heilige Schrift des Islams. Keystone

Die Forscher der Uni Luzern haben insgesamt 61 Musliminnen und Muslime, die in der Schweiz aufgewachsen sind, befragt. Sie achteten dabei auf eine möglichst breite Auswahl: Die Befragten sind unterschiedlicher Herkunft, weisen unterschiedliches Bildungsniveau auf und praktizieren den Islam mehr oder weniger stark. Sie alle setzen sich aber mit ihrer Religion auseinander.

«  Beim Internet muss man vorsichtig sein - das sagen alle. »

Andreas Tunger-Zanetti
Projektmitarbeiter, Uni Luzern

Die politischen und gesellschaftlichen Diskussionen in der Schweiz zum Thema Islam brachte viele erst dazu, sich vertieft mit der Religion zu beschäftigen. Ihre Informationen holten sie sich von verschiedensten Quellen: Häufig zuerst aus dem Internet, dann aber vor allem auch zu Hause, bei Freunden oder im Religionsunterricht.

Die jungen Musliminnen und Muslime nähmen die verschiedenen Informationen kritisch auf und wögen sie gegeneinander ab, sagt Andreas Tunger-Zanetti vom Luzerner Forschungsteam. «In der Schule lernten sie, kritisch zu fragen, woher ein Angebot kommt. Beim Internet muss man vorsichtig sein - das sagen alle.» Auch prominenten Redner schenkten die Jungen nicht einfach so Glauben.

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