«Nach dem 1., 2., 4. Glas begannen die Handwerker zu singen»

Freddy Businger hat alte Lieder aus der Stanser Schmiedgasse zusammengetragen. Damit will er die Tradition des Gassenliedes vor dem Vergessen bewahren.

In der Schmiedgasse im alten Stanser Dorfteil wohnten im letzten Jahrhundert viele Handwerker. Nach der Arbeit trafen sie sich zum Feierabendbier, und nach ein paar Gläsern wurde häufig gesungen. Die angestimmten Lieder hatten eine grosse Spannbreite:

«  Es gibt lustige, zotige, traurige Lieder, das ganze Leben wird abgehandelt - wenn man ehrlich ist, vor allem das Männerleben. Mit all seinen Witzen, Sehnsüchten und Augenzwinkern. »

Freddy Businger

Die Gassenlieder kennt Businger von seinem Vater. Mit einzelnen Liedfetzen im Ohr hat sich der Stanser auf die Suche nach weiterem Liedgut gemacht. Die Texte zu finden, sei relativ einfach gewesen, die Suche nach den dazugehörigen Melodien gestaltete sich aber wesentlich schwieriger:

«  Ich bin mit dem Computer zu Leuten gegangen, welche die Lieder kennen und habe sie mir von ihnen auf die Festplatte singen lassen. Davon ausgehend, habe ich dann die Noten verfasst. »

Freddy Businger

Nach der aufwendigen Recherchearbeit und dem Niederschreiben der Noten war für Freddy Businger die Arbeit eigentlich getan. Mehrere Leute aus seinem Umfeld meinten aber, die Lieder dürften auf keinen Fall auf Notenblättern verstauben. So bildete sich ein siebenköpfiger Chor um Freddy Businger, welcher bei Brot, Käse, Fleisch und Wein zusammenkam und die Lieder sang.

Aus den Treffen entstand das Album «Rutschi Putschili» mit vierzehn Liedern. Freddy Businger sagt schmunzelnd: «Ich hoffe, dass nicht nur ältere Menschen daran Freude haben, sondern auch junge Leute auf den Geschmack kommen, Lieder zu singen, bei denen nicht alles ganz so anständig ist.»

Regionaljournal Zentralschweiz, 17.30 Uhr.