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Polizeisprecher Florian Grossmann zu den bisherigen Erkenntnissen
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Nach Fasnachts-Auftritt Schwyzer Polizei identifiziert vermeintliche Ku-Klux-Klan-Männer

  • Nach dem Fasnachts-Auftritt einer Gruppe in weissen Kutten des rassistischen Ku-Klux-Klan hat die Kantonspolizei Schwyz alle beteiligten Personen ermittelt und einvernommen.
  • Die zwölf 18- bis 30-jährigen Schweizer wohnen alle im Bezirk Schwyz.

Florian Grossmann, Sprecher der Kantonspolizei Schwyz, sagte auf Anfrage von Radio SRF: Sämtliche zwölf Personen hätten die Teilnahme am Auftritt zugegeben. Sie seien bisher nie im Zusammenhang mit Rechtsextremismus straffällig geworden. Auf die Frage, ob eine Verbindung zur rechten Szene ausgeschlossen werden könne, sagte Grossmann: «Welches Gedankengut der einzelne Mensch hat, lässt sich hier nicht abschätzen.»

Zu den Motiven für die Aktion hätten die Betroffenen verschiedene Aussagen gemacht. Diese würden nun an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet – zusammen mit Informationen aus weiteren Abklärungen, beispielsweise Befragungen von Auskunftspersonen.

Es gelte nach wie vor die Unschuldsvermutung. Im Zentrum der weiteren Arbeit an dem Fall stehe die Frage der Rassendiskriminierung. Sollte die Staatsanwaltschaft eine Diskriminierung orten, könnten die Verurteilten mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder einer Geldstrafe belegt werden, so Polizeisprecher Florian Grossmann weiter.

Was geschehen ist

Am Mittwoch war bekannt geworden, dass in der Nacht auf Dienstag an der Schwyzer Fasnacht mehrere Personen in weissen Kutten als Ku-Klux-Klan durch den Ort gezogen waren. Vom Vorfall existiert Bild- und Videomaterial.

Die Geschäftsführerin der Eidgenössischen Kommission gegen Rassismus (EKR) verurteilte den Auftritt. «Solche Aufmärsche sind nicht zu tolerieren», sagte Juristin Alma Wiecken letzte Woche gegenüber Radio SRF.

Der rassistische Ku-Klux-Klan wurde in seiner ursprünglichen Form 1865 im US-Bundesstaat Tennessee gegründet. Mit Morden an Afroamerikanern und Attentaten auf Politiker kämpfte der Geheimbund gegen die Abschaffung der Sklaverei. Bei nächtlichen Überfällen trugen Mitglieder weisse Kutten mit Kapuzen und verbreiteten mit brennenden Kreuzen Angst und Schrecken.

Seit den 1990er Jahren greift der Klan gezielt schwarze Kirchengemeinden an. Die «Europäischen weissen Ritter vom brennenden Kreuz» (European White Knights of the Burning Cross) gelten als Ableger.

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Andrea Esslinger  (weiterdenken)
    Da kann man schön auf ein paar Fasnächtler einprügeln, die sich bei der Köstümwahl wenig bis nichts überlegt haben, aber weiter sonntags in die katholische Kirche gehen, Ferien in der Türkei buchen, Saudiarabien Waffen verkaufen und mit China einen einseitigen Freihandelsvertrag abschliessen, die Amis hofieren und Despotengelder aus Afrika in den Schliessfächern verstecken. Ach wie scheinheilig ist doch unsere schöne, heile Welt.
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  • Kommentar von Rinaldo Alvares  (Rino)
    Die Fasnacht in Schwyz und Umgebung ist im Kern faschistoid. Da macht man sich schon seit Jahrzehnten lustig über andere Ethnien, seien es Asiaten oder Afrikaner. Die Fremdenfeindlichkeit ist quasi salonfähig und etabliert. Von da her ist dieser KKK-Auftritt, nicht zu entschuldigen, aber besser zu verstehen und als Zeichen der hemmungslosen Geschmacklosigkeit und der fehlenden Empathie zu verstehen.
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    1. Antwort von Martin Tscharner  (Kaminfeger)
      Für mich gibt es da überhaupt nichts zu verstehen! Das ist nur peinlich und eine absolute Sauerei. Sowas gehört nicht in meine geliebte Eidgenossenschaft.
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