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Neue Luzerner Lernplattform Digitales Lernen kommt gut an – Lehrpersonen haben Nachholbedarf

Legende: Audio Urs Utzinger: «Der Kanton Luzern muss mehr in die medienpädagogische Weiterbildung investieren.» abspielen. Laufzeit 03:38 Minuten.
03:38 min, aus Regionaljournal Zentralschweiz vom 14.02.2019.
  • Der Kanton Luzern hat im Sommer 2017, gleichzeitig mit dem Lehrplan 21, ein neues digitales Lehrmittel herausgegeben: «entdecke.lu.ch»
  • Es ersetzt den alten Heimatkunde-Ordner über den Kanton Luzern. Die Lernplattform sei ein Erfolg, sagen die Luzerner Regierung sowie Lehrpersonen.
  • Sowieso seien die Luzerner Schulen bezüglich Digitalisierung gut unterwegs, so die Regierung weiter. Das sehen aber nicht alle so: Der Kanton spare bei der Weiterbildung der Lehrpersonen.

Einer der Kritiker ist Urs Utzinger. Er ist Dozent für Medienpädagogik und Informatikdidaktik an der Pädagogischen Hochschule Luzern (PH) und sagt: Bei den so genannten Anwendungs-Kompetenzen seien die Lehrerinnen und Lehrer gut vorbereitet – wenn es beispielsweise um die Bedienung der Geräte gehe. «Aber im Bereich Medienpädagogik, dem wichtigsten Bereich, hat es in den letzten 15 Jahren unglaubliche Veränderungen gegeben mit dem Einzug der Smartphones», sagt Urs Utzinger.

Alle Jugendlichen haben heute ein Smartphone doch niemand hat sie begleitet.
Autor: Urs UtzingerDozent Pädagogische Hochschule Luzern

Alle Jugendlichen hätten heute ein Smartphone und niemand habe sie begleitet. Beispielsweise wenn es darum gehe, sie auf Gefahren im Internet zu sensibilisieren: «Es ist ein Unterschied, ob ich auf dem Pausenplatz jemanden beleidige oder im Internet», nennt Utzinger ein Beispiel, «wenn es im Internet veröffentlicht ist, kann man es nicht zurückholen und ist für jedermann einsehbar.»

Gemäss Lehrplan 21 sollten Lehrpersonen aber die Kinder und Jugendlichen genau auf diese Probleme aufmerksam machen. Es sei enorm wichtig, den Jugendlichen aufzuzeigen, welche Wirkungen es haben kann, wenn man sich im Internet bewegt und wo man überall Spuren hinterlässt – Stichwort «big data». Hier fehle es besonders den dienstälteren Lehrpersonen an Wissen und Lehrmitteln, um solche Themen im Unterricht gut behandeln zu können.

21 versus 900 Stunden

Es brauche unbedingt zusätzliche Angebote, auch in der Weiterbildung, fordert Utzinger und vergleicht: Praktizierende Lehrpersonen könnten insgesamt 21 Stunden Weiterbildung in den Bereichen Medienpädagogik und Informatik in Anspruch nehmen – Studierende an der Pädagogischen Hochschule hingegen befassten sich während 900 Stunden mit solchen Themen.

Diesen Gegensatz sieht der Luzerner Bildungsdirektor Reto Wyss: «Jemand, der direkt von der Pädagogischen Hochschule kommt, hat sicherlich andere Voraussetzungen als eine Lehrperson, die kurz vor der Pensionierung steht. Da mache ich keinen Hehl draus.» Diese Unterschiede gebe es jedoch in allen Fächern, so Reto Wyss weiter. «Wir müssen uns Schritt für Schritt verbessern. Auch wir sind am Anfang, wir müssen lernen, mit den neuen Mitteln umzugehen.»

Wir haben in den letzten Jahren das Weiterbildungsangebot zum Lehrplan 21 nicht gekürzt. Wir haben es aber auch nicht erweitert.
Autor: Reto WyssLuzerner Bildungsdirektor

Dass das Weiterbildungsangebot für Luzerner Lehrpersonen ausgebaut werden müsste, glaubt Wyss nicht. «Das Angebot der PH ist gut. Natürlich ist es immer so, dass man mit mehr Geld mehr machen kann.» Und der Bildungsdirektor ergänzt: «Wir haben in den letzten Jahren das Weiterbildungsangebot im Zusammenhang mit dem Lehrplan 21 nicht gekürzt. Wir haben es aber auch nicht erweitert.»

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