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Oliver Bilke: «Die Unternehmen haben hier eine Schlüsselrolle.»
Aus Regionaljournal Zentralschweiz vom 02.02.2020.
abspielen. Laufzeit 11:33 Minuten.
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Neue Untersuchung «Bei vielen Expats hat psychisches Versagen keinen Platz»

Eine neue Untersuchung von verschiedenen in der Schweiz tätigen Psychologen und Psychiatern zur psychischen Gesundheit von Expats zeigt: Wenn diese Gruppe Hilfe holt, sind die Probleme oft schon sehr gross, und häufig sind gleich mehrere Familienmitglieder betroffen. «Expats sind oft Familien, die ein sehr klassisches Rollenmodell leben.

Ein Elternteil, meist der Mann, verbringt sehr viel Zeit bei der Arbeit, verdient auch viel, und die Frau beschäftigt sich mehr mit den häuslichen Aufgaben. Die Kinder besuchen eine internationale Schule, und dort wird häufig nicht allzu grosses Augenmerk auf Verhaltensauffälligkeiten und Schwierigkeiten gelegt, weil man ja weiss, dass sie nach 2-3 Jahren wieder gehen», sagt Oliver Bilke. Der Chefarzt der Kinder- und Jugendpsychiatrie an der Luzerner Psychiatrie Lups ist an der Untersuchung beteiligt.

«Expats haben häufig auch ein hohes Leistungsideal. Da passen Depressionen, Versagen und andere psychische Auffälligkeiten nicht hinein.»Oftmals seien die Kinder die ersten, bei denen psychische Probleme erkannt würden, oft durch den Kinderarzt oder eine testpsychologische Abklärung.

Niederschwelliges Angebot soll helfen

Der Kanton Zug ist eine typische Expat-Region. Um diese Gruppe für das Thema psychische Gesundheit zu sensibilisieren, arbeitet die Luzerner Psychiatrie eng mit Triaplus, dem Psychiatrieträger für Uri, Schwyz und Zug zusammen. «Wir entwickeln im Moment ein Angebot, um die Schwelle für einen Erstkonakt für diese Gruppe tiefer zu halten», sagt Oliver Bilke. «Das bedeutet, relativ zügige Termine, das bedeutet aber auch, dass man Randzeiten anbieten muss und einfache, schnelle Lösungen für die Probleme bieten muss. Diese Klienten möchten das so. Die Therapie wird zwar langfristig geplant, aber so ausgelegt, dass sie in einem anderen Land fortgeführt werden kann», umschreibt Oliver Bilke das Angebot.

Verantwortung der Unternehmen

Eine Schlüsselrolle bei der Sensibilisierung hätten dabei die Arbeitgeber, die internationalen Unternehmen. «Wenn die von ihren Angestellten ein Stück weit fordern: Kümmere dich bitte auch um die seelische Gesundheit deines Kindes. Das ist Teil einer Gesamtgesundheit - neben Joggen, Krafttraining und guter Ernährung, was ja immer wieder gefördert wird - dann wäre das sicherlich hilfreich.»

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1 Kommentar

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  • Kommentar von Alain Greter  (buklig - Buero für klimagerechtes Leben)
    Sie sprechen von der Schlüsselrolle der Unternehmen. Müssten Sie nicht diese Selbstverständlichkeit in Frage stellen, dass Expats hin und hergeschoben werden? Die Folgen für die Kinder beschreiben sie selbst.
    Und wer bezahlt die Kosten? Die öffentliche Hand oder auch jene Unternehmen, die ihren Hauptsitz in Steueroasen verlegen?
    Expat = Expatriate von Expatriation = Ausbürgerung, Verbannung. Ergo Expat = Ausgebürgerter, Verbannter.
    Da sage ich nur noch: System change, not clima change!
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