Neue Wärmebildkameras sorgen für mehr Sicherheit am Gotthard

Beim Gotthard-Nordportal in Göschenen ist neu eine Infrarotanlage installiert. Diese schlägt Alarm, wenn überhitzte Lastwagen den Gotthard-Strassentunnel durchfahren wollen und hilft so, Brände zu verhindern. Eine gleiche Anlage hat sich beim Südportal des Gotthardtunnels bewährt.

Eine Wärmebildkamera misst die Temperatur eines Lastwagens. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Wärmebildkameras messen die Temperatur von Lastwagen Richtung Gotthard-Strassentunnel. Keystone

Die Anlage misst zunächst die Aussenmasse des Lastwagens. Dann werden mit Infrarotkameras die Temperaturen der einzelnen Motorfahrzeuge gemessen. Ist ein Fahrzeug überhitzt, wird es aus dem Verkehr gezogen. Die Massnahme soll helfen, die Sicherheit im Gotthard-Strassentunnel weiter zu erhöhen.

Überhitzung kann Brand auslösen

Am gefährlichsten wird es in einem Strassentunnel laut dem Bundesamt für Strassen Astra, wenn ein Fahrzeug zu brennen beginnt. Die häufigste Ursache für Fahrzeugbrände bei Lastwagen sind Überhitzungen bei Motoren, Bremsbelägen oder Abgasanlagen.

Die neue Anlage in Göschenen ist seit Dezember 2015 in einer Testphase, Ende Januar geht sie definitiv in Betrieb. Bei der Anlage im Tessin ging seit Inbetriebnahme 2013 fast jeden Tag ein Alarm ein. In 25 bis 30 Fällen jährlich wurde eine gravierende Überhitzung festgestellt.

Die beiden Thermoportale nördlich und südlich des Gotthard-Strassentunnels kosten zusammen rund drei Millionen Franken. Betrieben werden die Portale von der Schadenwehr Gotthard. Nach den guten Erfahrungen prüft das Astra, ob auch bei anderen Tunnels Thermoportale sinnvoll seien, beispielsweise am San Bernardino.