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Nidwaldner Wirtschaftsfördererin Diana Hartz: «Der Steuerfuss ist für Firmen nur ein Faktor unter vielen».
Aus Regionaljournal Zentralschweiz vom 23.07.2020.
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Neuer Index für Firmensteuern Nidwalden löst Hongkong als günstigste Steueroase ab

2025 werden Firmensteuern nirgends so niedrig sein wie in Nidwalden. Trotzdem: Einen Boom erwartet der Kanton nicht.

Seit Anfang dieses Jahres ist in der Schweiz die Steuerreform mit der AHV-Finanzierung (Staf) in Kraft. Die Kantone sind dabei, sie umzusetzen – und das hat Auswirkungen: Ist die Reform 2025 nämlich flächendeckend in Kraft, steht der Kanton Nidwalden weltweit an der Spitze der Standorte mit den günstigsten Unternehmenssteuern und löst damit Hongkong ab.

Zu diesem Schluss kommt das Schweizer Wirtschaftsforschungsinstitut BAK Economics in dem am Donnerstag veröffentlichten Taxation Index. Dieser Index misst regelmässig die steuerliche Attraktivität der Kantone im Vergleich zum Ausland.

Nidwalden lag schon in der Schweiz auf Platz eins

Die Kantone legen bei der Umsetzung der Unternehmenssteuerreform ein unterschiedliches Tempo vor. Die meisten Kantone setzen die Staf im laufenden Jahr um. Neun Kantone lassen sich mehr Zeit und gehen stufenweise vor. Basel-Stadt und die Waadt senkten die Unternehmenssteuern bereits auf 2020.

BAK Economics errechnete, dass der Unternehmenssteuersatz im Landesdurchschnitt bis 2025 von 16,8 auf 13,5 Prozent sinkt. Das führt unter den Kantonen zu einer neuen Rangliste im schweizerischen Steuerwettbewerb. Nidwalden bleibt bei den Unternehmenssteuern jedoch auch nach der Reform unangefochten auf Platz eins. Durch eine moderate Senkung verdrängt es verglichen mit den internationalen Werten des Jahres 2019 in der internationalen Rangliste Hongkong vom ersten Platz.

«Steuern sind nicht der einzige Faktor»

Diana Hartz, Leiterin der Wirtschaftsförderung des Kantons Nidwalden, nimmt Nidwaldens Spitzenplatz auf dem BAK-Index erfreut zur Kenntnis. Das zeige, dass ihr Kanton aktiv am Steuerwettbewerb teilnehme, sagt sie.

Die Liste von BAK Economics werde Beratern und Experten durchaus wahrgenommen – allerdings rechne sie nicht damit, dass deswegen nun reihenweise neue Unternehmen in den Kanton Nidwalden zögen. «Unternehmen schauen es sich immer ganz genau an, wohin sie einen Unternehmenszweig verlegen, oder wo eine neue Firma gegründet werden soll, und da sind die Steuern nicht der einzige entscheidende Faktor», sagt Diana Hartz.

Günstige Steuern könnten zwar ein Vorteil im Standortwettbewerb sein, letztlich habe jedes Unternehmen aber andere Bedürfnisse – und da müssten alle Faktoren stimmen. Generell sei die ganze Schweiz da gut aufgestellt, sagt Hartz: «Faktoren wie Sicherheit, Zuverlässigkeit und Rechtssicherheit sind bei uns gegeben. Unternehmen können hier gut wirtschaften – und das ist, wenn man das globale Umfeld anschaut, nicht überall selbstverständlich.»

Nidwaldner stimmen über Reform noch ab

Ganz sicher ist der internationale Spitzenplatz Nidwaldens allerdings noch nicht: Das letzte Wort dazu hat die Nidwaldner Stimmbevölkerung. Die Grünen haben das konstruktive Referenum gegen die Umsetzung der Staf ergriffen. Das bedeutet: Sie bekämpfen nicht die gesamte Reform, fechten aber die geplante Senkung der Unternehmensgewinnsteuer von 6 auf 5.1 Prozent an. Andere Bestandteile der Revision, wie etwa höhere Ausbildungszulagen, bejahen die Grünen. Abgestimmt wird im Kanton Nidwalden am 27. September.

Regionaljournal Zentralschweiz, 23.7.2020, 17:30 Uhr;

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