Neues Rettungssystem bei Herzinfarkten im Kanton Zug

Zusammenarbeit über die Kantonsgrenzen hinweg und moderne Technik erlauben seit Sommer 2013 eine raschere und gezielte Behandlung von Herzinfarkt-Patienten im Kanton Zug. Das Team des Rettungsdiensts kann bereits am Einsatzort den Infarkttyp feststellen.

Drei Personen in Leuchtwesten knien am Boden und machen an einer Puppe eine Herzmassage. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Ein Rettungsteam übt den Herzinfarkt an einer Puppe. SRF

Während bei einem leichteren Herzinfarkt eine Behandlung im Kantonsspital Zug erfolgen kann, wird der Patient oder die Patientin bei einem schweren Infarkt sofort ins Herzzentrum des Zürcher Stadtspitals Triemli gebracht. Damit werden bis zu 40 Minuten gewonnen.

«Das EKG des Patienten wird vom Rettungsdienst direkt per Mail dem Spezialarzt im Triemlispital zugeschickt. Dieser kann sofort entscheiden, welche Behandlung wo nötig ist. So kann man wertvolle Zeit einsparen und der Patient erhält die nötige Behandlung viel schneller», sagt der Leiter des Zuger Rettungsdiensts, Andreas Müller.

Ein neues Gerät in den Rettungswagen erlaubt es, den Infarkt-Typ schon vor Ort festzustellen. Zuvor ging der Krankentransport erst ins Kantonsspital Zug, dort wurde der Infarkt-Typ festgestellt und erst dann erfolgte wenn nötig die Überführung nach Zürich. Dabei ging teilweise wertvolle Zeit verloren.

Zusammenarbeit mit anderen Spitälern

Bis vor einem Jahr wurden die Herznotfälle sowie auch alle anderen Notfälle über die Nummer 144 im Kanton Luzern geleitet. In Zukunft wolle man die medizinische Hilfe von dort holen, wo sie im jeweiligen Fall am kompetentesten sei.

«Die Grundversorgung passiert bei uns im Kantonsspital, Herzpatienten kommen nach Zürich, neurologische Angelegenheiten werden in Aarau behandelt und um andere, spezielle Bedürfnisse kümmert sich weiterhin das Luzerner Kantonsspital. So können wir der Zuger Bevölkerung eine optimale Gesundheitsversorgung anbieten», sagt der Gesundheitsdirektor des Kantons Zug, Urs Hürlimann.