Neues Wahlsystem für Schwyzer Ständeräte gefordert

In Schwyz wird diese Woche eine Volksinitiative lanciert. Sie soll dafür sorgen, dass die beiden Schwyzer Ständeräte im Proporzverfahren gewählt werden. Polit-Beobachter Iwan Rickenbacher gibt dem Ansinnen keine grossen Chancen.

Die beiden amtierenden Schwyzer SVP-Ständeräte Alex Kuprecht und Peter Föhn. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die beiden amtierenden Schwyzer SVP-Ständeräte Alex Kuprecht und Peter Föhn (v.l.). Sie treten im Herbst nochmals an. zvg

Bei den eidgenössischen Wahlen vor vier Jahren erlitt die CVP des Kantons Schwyz eine empfindliche Niederlage: Ihr Ständerat Bruno Frick wurde nach 20 Jahren in der kleinen Kammer abgewählt. Seither besetzen die beiden SVP-Männer Alex Kuprecht und Peter Föhn die beiden Schwyzer Sitze im Ständerat. Die zwei wollen es im Herbst nochmals wissen.

«Eine undemokratische Gepflogenheit»

Gegen diese Doppelvertretung regt sich Widerstand: Eine Gruppe von linken Schwyzer Kantonsräten sammelt Unterschriften für einen Systemwechsel. Sie möchten «der undemokratischen Gepflogenheit», dass eine Partei gleich zwei Sitze besetzt, «ein Ende setzen». Neben dem Kanton Schwyz habe nur noch der Kanton Wallis eine Doppelvertretung im Stöckli.

Die Initiative trägt den Namen «Ja zum Ständeratsproporz - Für eine demokratisch ausgewogene Vertretung der Schwyzerinnen und Schwyzer im Ständerat». Sie wird am 20. August lanciert.

«  Das Begehren ist wohl chancenlos. »

Iwan Rickenbacher
Polit-Beobachter

Für den Schwyzer Polit-Beobachter Iwan Rickenbacher ist klar, dass diese Intitiative den Linken kaum etwas bringen würde: «Die Linken sind momentan nicht sehr stark im Kanton Schwyz. Da würde ihnen auch das Proporzsystem keinen Sitz im Ständerat sichern.» Falls die Initiative wider Erwarten zu Stande käme und das Wahlsystem geändert würde, dann könne es sein, dass eine Doppelvertretung im Stöckli durch eine Partei nicht mehr möglich wäre, sagt Rickenbacher weiter.