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Legende: Audio Adrian Kempf: «Es ist unsere Aufgabe, möglichst ideale Bedingungen zu schaffen» abspielen. Laufzeit 04:55 Minuten.
Aus Regionaljournal Zentralschweiz vom 27.05.2019.
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Neues Waldreservat am Pilatus Bessere Bedingungen für das gefährdete Auerhuhn

Am Pilatus entsteht zwischen Fräkmüntegg und Krienseregg ein neues Sonderwaldreservat - auf einer Fläche so gross wie zweihundert Fussballfelder. Es wird eines der grössten des Kantons Luzern und soll helfen, den Lebensraum des Auerhuhns gezielt zu fördern.

Die Korporationen Luzern, Horw und die Stadt Kriens stellen ein neues Sonderwaldreservat am Pilatus 210 Hektaren ihres Waldes zur Verfügung, wie die Dienststelle Landwirtschaft und Wald des Kantons Luzern am Montag mitteilte.

Pilatusgebiet ist optimal

Das Auerhuhn ist das grösste Raufusshuhn in der Schweiz und gilt als stark gefährdet. Dichte Wälder und Freizeitaktivitäten führen zum Verlust seines Lebensraumes. Es braucht nadelholzreiche, lichte, strukturreiche und störungsarme Wälder mit einer reichen Bodenvegetation aus Heidelbeeren.

Im Pilatusgebiet befänden sich optimale Lebensräume für das Auerhuhn, heisst es weiter. So werden die Fichten- und Moorwälder in das Waldreservat überführt. Im Wald liegen mehrere Hochmoore sowie Flachmoore von nationaler Bedeutung.

Das Auerhuhn

Das Auerhuhn
Legende:zvg/Adrian Kempf, lawa

Auerhühner stellen sehr hohe Ansprüche an ihren Lebensraum. Die Bestände nehmen seit Jahrzehnten in ganz Mitteleuropa deutlich ab, womit auch die eindrucksvolle Balz immer seltener zu sehen ist. Dabei stolzieren die Auerhähne mit gefächertem Schwanz, gesenkten Flügeln, gesträubten Bartfedern und hochgestrecktem Hals auf der Arena umher.

Der Balzgesang beginnt mit dem «Knappen», das sich zum «Hauptschlag» steigert und mit dem «Wetzen» endet. Die rund ein Drittel kleineren Hennen wählen den Hahn aus, mit dem sie sich paaren. (vogelwarte.ch, Link öffnet in einem neuen Fenster)

Im Gegensatz zu einem Naturwaldreservat, wo der Wald der natürlichen Entwicklung überlassen wird, sind in einem Sonderwaldreservat gezielte Eingriffe möglich, um die Schutzziele zu erreichen. Der aktuelle Bestand des Auerhuhns beurteilen die zuständigen Stellen zwar als stabil. Langfristig wäre ihr Lebensraum am Pilatus ohne gezielte Massnahmen nicht gesichert.

Rege genutztes Erhohlungsgebiet

Das Reservat liegt in einem während des ganzen Jahres stark frequentierten Erholungsgebiet. Für die Besucherinnen und Besucher entstünden aber keine Einschränkungen, auch die Suche nach Pilzen oder die Jagd könnten wie bis anhin weiterführt werden, heisst es. Mit Infotafeln wird auf die Bedürfnisse des Auerhuhns hingewiesen, um zu vermeiden, dass die sensiblen Tiere möglichst wenig gestört werden.

Die Realisierung von Waldreservaten ist Teil der Waldpolitik 2020 des Bundes. Diese hat zum Ziel, zehn Prozent des Schweizer Waldes als Reservate bis 2030 auszuscheiden. Von den 40'000 Hektaren Luzerner Wald sind bis heute knapp sechs Prozent als Waldreservate gesichert.

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2 Kommentare

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  • Kommentar von Patrik Müller  (P.Müller)
    @ SRF: Verstehe ich diese Aussage im Text richtig? "Mit Infotafeln wird auf die Bedürfnisse des Auerhuhns hingewiesen, um zu vermeiden, dass die sensiblen Tiere möglichst wenig gestört werden."
    Man will vermeiden, dass die Tiere möglichst wenig gestört werden??
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  • Kommentar von Patrik Müller  (P.Müller)
    Für die Besucher des Reservats entstehen keine Einschränkungen. Wer das glaubt , glaubt an den Samichlaus. Für was macht man dann ein Reservat? Man könnte ja dahe alles so weiterlaufen lassen wie bisher, die Auerhähne hatt das anscheinend bisher nicht gestört. Oder kann mit diesem Reservat plötzlich beim Bund etwas Entschädigung bezogen werden? Ein Schelm wer dabei böses Denkt...
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