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Zentralschweiz Nidwaldner Parlament wird dank neuem Wahlsystem linker

Die linken Parteien gewinnen fünf Sitze im Landrat. Die bürgerlichen Parteien bleiben aber dominierend. Sie besetzen weiterhin 49 der 60 Sitze im Parlament.

Die neue Sitzverteilung im Nidwaldner Landrat, dargestellt in einem Kuchendiagramm.
Legende: Sitzverteilung Landrat Nidwalden Der Nidwaldner Landrat wird linker. Die bürgerlichen Parteien verlieren fünf Sitze. SRF

Die Linke ging bei den Landratswahlen als grosse Siegerin hervor. Dies kommt nicht ganz überraschend, denn Nidwalden hatte für die diesjährigen Parlamentswahlen den Doppelten Pukelsheim eingeführt. Dieses Wahlverfahren bildet die Wählerstärken genau im Parlament ab und benachteiligt die kleinen Parteien nicht mehr. Es waren die Grünen gewesen, die für ein neues Wahlsystem gekämpft hatten. Sie gewannen 3 Mandate und kommen somit im 60 Sitze umfassenden Parlament neu auf 8 Sitze. Die SP legte um 2 Mandate auf 3 zu. Insgesamt wuchs die linke Abordnung somit von 6 auf 11 Sitze.

Dominierend bleiben die drei grossen bürgerlichen Parteien trotz Sitzverlusten. Die SVP, 2010 noch vom Proporzglück begünstigt, ist neu zwar wählerstärkste Partei, verlor aber 2 Mandate und kommt neu noch auf 17 Sitze. Gleich viele Sitze hat die CVP, die 1 Mandat verlor. Die FDP-Fraktion zählt neu noch 15 Mitglieder, 2 weniger als in der auslaufenden Legislatur. Die Grünen legten um 3 Mandate auf 8 zu, die SP wuchs um 2 Sitze auf 3.

Die SVP vereint 28,04 Prozent der Wählerstimmen auf sich und konnte, verglichen mit den Wahlen vor vier Jahren, 2,5 Prozentpunkte zulegen. Knapp dahinter liegt die CVP mit einem Wähleranteil von 26,9 Prozent. Die CVP hat 1,5 Prozentpunkte eingebüsst. Die FDP verlor am meisten Wähler. Sie kommt noch auf einen Wähleranteil von 24,5 Prozent (- 4,4). Die linken Parteien legten nicht nur an Sitzen, sondern auch an Wählern zu. Die Grünen steigerten den Wähleranteil von 13,8 auf 14,6 Prozent, die SP von 3,5 auf 6,0 Prozent.

Legende: Video Wahlen in Nidwalden: Mitte-Rechts muss Sitze abgeben abspielen. Laufzeit 02:02 Minuten.
Aus Tagesschau vom 23.03.2014.

Prominente Abwahlen

Für die 60 Sitze im Nidwaldner Landrat haben 167 Personen kandidiert, darunter 46 amtierende Landrätinnen und Landräte. Von ihnen schafften nur 36 die Wiederwahl.
Unter den abgewählten befinden sich auch prominente Parlamentsmitglieder, etwa Monika Lüthi aus Ennetbürgen. Lüthi präsidierte die CVP-Fraktion. Andere abgewählte Landräte waren durch markige Wortmeldungen aufgefallen, etwa Toni Niederberger (SVP) aus Oberdorf, Wendelin Waser (CVP) aus Ennetmoos oder Marianne Blättler (CVP) aus Hergiswil. Fünf der Abgewählten gehören der SVP-Fraktion an und vier der CVP. Bei der FDP wurde ein Ratsmitglied nicht im Amt bestätigt.

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40 Kommentare

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  • Kommentar von Rolf Bolliger, Orpund
    Der Kanton Nidwalden ist klein. Dieser Innerschweizer-Kanton ist aber neben Zug einer der wirtschaftlich erfolgreichsten! Kleine Steuersätze, bodenständige Einwohner(innen (die "verhasste" SVP verbucht am meisten Wählerstimmen!) und vorallem sesshafte und fleissige Menschen, die sich nicht von demagogischen "Anti-Schweiz-Sirenenklängen" der "Schweiz-Abbruch AG" verführen lassen! Als Berner stehe ich ausserhalb, aber freue mich sehr über das Wahlwochenende in der Innerschweiz!
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    1. Antwort von P. Bürger, Schaffhausen
      Wer spricht von einer «CH-Abbruch AG»,R.Bolliger?Ja,der Kanton NW ist erfolgreich,das gönne ich ihm herzlich.Doch wollen sie diesen Erfolg alleinig einer SVP-Politik zuschreiben?Erfolg=Einbindung ALLER Interessengruppen.Wer so wie sie argumentiert,negiert dieses Erfolgsrezept & versucht auf billigste Art &Weise,sich ein gemeinsam erarbeiteter Erfolg zu Nutze zu machen!Das ist durchsichtig & unwürdig.Erfolge auf sich verbuchen,Misserfolge auf andere abschieben!So etwas geht nicht&ist unwürdig!
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    2. Antwort von R.Anderegg, Zürich
      Wissen Sie P. Bürge, es ist natürlich einfach wenn man hier Fakten unterschlägt und einseitig berichtet.Oder wo wurde hier erwähnt, dass SP/GP in NW heuer in mehr Wahlkreisen zur Wahl antraten als 2010? Logisch steigert das dann die Erfolgsaussichten. Genau so tritt die SVP in solchen Kantonen nicht in jedem Wahlkreis an, da sie dort eine ziemlich neue Partei ist. Dazu mussten SP/GP nicht gegen GLP und BDP antreten, die ihnen immer Stimmen wegnehmen.
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  • Kommentar von P. Bürger, Schaffhausen
    NW hat gut abgestimmt! Die Wähler haben ein Signal ausgesendet wonach ihnen sozial- & umweltpolitische Themen wichtiger werden. Und, was in einem solch erzkonservativen Kanton bemerkenswert ist, sie sind der SVP nicht im von ihr erhofften Masse gefolgt. Offensichtlich (Wahlsystem hin oder her) wollen die Menschen vermehrt etwas breiter abgestützt sein.@M.Zelger: Seien sie doch dankbar,dass die Grünen zulegen konnten,denn sie setzen auch ihre Wünsche nach einer intakten Natur um!
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    1. Antwort von R.Anderegg, Zürich
      Sie unterschlagen hier wichtige Fakten P. Bürger. 1. SP/GP sind heute in mehr NW-Gemeinden zur Wahl angetreten, als 2010. Folglich steigen auch die Chancen auf zusätzliche Sitze. 2. wurden SP/GP in NW nicht von GLP und BDP konkurrenziert. 3. kann man nicht Äpfel mit Birnen vergleichen, da heuer im Pukelsheim gewählt wurde, was 2010 nicht dar Fall war. Erst bei der nächsten Wahl kann man Punkto Sitzverteilung eine klare Aussage machen, wobei aber auch immer der Wähleranteil von Bedeutung ist.
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  • Kommentar von H. Frühling, Bern / Zürich
    Die SVP hat 2 Sitze verloren, ob es das durch das Volk angenommene neue Wahlsystem ist oder der Wählerwille, ob in anderen Kantonen andere Regeln, ob es einem passt oder nicht: Auch mit 100 Kommentaren, die dieser Tatsache ausweichen und von irgendetwas sprechen, wenn man nur nicht die Sitzgewinne der Linken anerkennen muss, ändert sich an dieser Tatsache nichts. Und noch eine kleine Denkhilfe: In NW mit seiner satten rechten Mehrheit regieren die Rechten; sie müssen nur die Mitte überzeugen.
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