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Zentralschweiz Nidwaldner Regierungsrat will Frühfranzösisch abschaffen

Die Nidwaldner Primarschüler sollen kein Französisch mehr lernen. Der Regierungsrat spricht sich dafür aus, das Frühfranzösisch abzuschaffen. Im Gegenzug soll der Französischunterricht an der Oberstufe ausgebaut und mit einem Sprachaufenthalt ergänzt werden.

Legende: Video Nidwaldner kippen das Frühfranzösisch abspielen. Laufzeit 6:08 Minuten.
Aus 10vor10 vom 27.08.2014.

In Nidwalden lernen die Schulkinder heute ab der 3. Klasse Englisch und ab der 5. Klasse Französisch. Das Frühfranzösisch ist aber umstritten. Vor knapp einem Jahr beauftragte der Landrat den Regierungsrat, die Abschaffung zu prüfen. Im April 2014 reichte die SVP eine Volksinitiative ein, die die Reduktion auf eine Fremdsprache auf der Primarschulstufe fordert.

Der Regierungsrat folgt in seinen Berichten zum Postulat und zur Initiative den Argumenten der Gegner des Frühfranzösisch. Die Kinder würden mit zwei Fremdsprachen überfordert, Deutsch und Naturwissenschaften würden im Unterricht vernachlässigt. Auch Lehrer und Eltern seien gegenüber dem heutigen Fremdsprachenunterricht kritisch eingestellt.

Konzentration auf der Oberstufe

Der Nidwaldner Bildungsdirektor Res Schmid erklärte am Mittwoch, man wolle die Französisch-Lektionen nicht reduzieren, sondern auf der Oberstufe konzentrieren. Weiter soll ein obligatorischer zwei- bis vierwöchiger Sprachaufenthalt im Wallis eingeführt werden.

So geht Schmid davon aus, dass damit geltendes Recht berücksichtigt werde und auch die Romandie gegen diesen Entscheid nicht Sturm laufen wird.

Nidwaldner Lehrer irritiert

Sie habe ihren Ohren nicht getraut, als sie vom Entscheid der Nidwaldner Regierung gehört habe, sagt Lea Lowth, Präsidentin des Nidwaldner Lehrerinnen- und Lehrerverbands. Insbesondere irritiert sie der Informationsstil der Regierung.

Der Luzerner Regierungsrat Reto Wyss ist derzeit oberster Zentralschweizer Bildungsdirektor. In der Frage rund um Fremdsprachen an der Primarschule ist ihm wichtig, dass die Kantone an einem Strick ziehen, sonst sei die Chancengleichheit nicht mehr gewährleistet.

Starke Landessprachen

Der Bundesrat möchte mit gutem Beispiel vorangehen und ergreift Massnahmen, um die Mehrsprachigkeit in der Bundesverwaltung konsequenter zu fördern. So ist neu auch für die einzelnen Verwaltungseinheiten vorgegeben, wie stark die Vertretung der Sprachgemeinschaften sein sollte. Zudem erhält der Delegierte für Mehrsprachigkeit mehr Kompetenzen.

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46 Kommentare

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  • Kommentar von Andreas Nagy, Dürnten ZH / Châtelaine GE
    Ja die Sprachen, das ist ein derzeit sehr emotional und heiss diskutiertes Thema. Ich habe bisher von all meinen welschen Arbeitskollegen immer das Gleiche gehört "L'Allemand, c'est dur". Man will einfach kein Deutsch sprechen. Wohne nun seit einem Jahr in Genf. Auf der Stadtverwaltung kann keiner Deutsch. Das Problem ist einfach: Ruf der Welsche nach ZH an, versucht man irgendwie auf franz. zu antworten. Rufe ich nach Genf an, verharrt der Welsche stur im Franz. Parce que c'est dur l'allemand.
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  • Kommentar von Resi Weber, Lausanne
    Herr Escher, Sie sagen die Romands beharren auf ihre Sprache. Ab 3. Klasse lernen die Welschen Schriftdeutsch u. Englisch. Wenn sie die D-Sprache vertiefen wollen, gehen sie nach Deutschland, ganz einfach weil es ihnen mehr bringt. Meine Frage: beharren Sie in London, Melbourne, Los Alamos, Paris, Düsseldorf, Wien, Rom auch auf Ihre Mundart? Kenne Welsche, die in ZH arbeiten u. wegen Patriatismus Züritüüsch Kurse nehmen,obwohl sie bei der Arbeit ausschliesslich Englisch praktizieren.
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  • Kommentar von Paul Beaumont, Pfäffikon
    Der Herr Vader hat mehrmals die Lernfähigkeit der Minderbegabten angesprochen. Wo kommen wir hin, wenn wir uns auf das Niveau der Minderbegabten begeben. Man sollte immer Begabungen stärken, nicht umgekehrt.
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