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Paul Wolfisberg feiert Der «Wolf» wird 85 – und fiebert der Fussball-WM entgegen

Er ist eine lebende Zentralschweizer Fussball-Legende: Paul Wolfisberg. In den 1940er-Jahren kickte er beim FC Horw, 1981 wurde er schweizweit bekannt als Nationaltrainer – charismatisch, mit Bart und dem Übernamen «Wolf». Am Freitag wird er 85 – doch die Fussball-WM lässt er sich nicht entgehen.

Legende: Audio «Meine 85 Jahre kommen vor der Fussball-WM» abspielen. Laufzeit 06:53 Minuten.
06:53 min, aus Regionaljournal Zentralschweiz vom 12.06.2018.

SRF News: Paul Wolfisberg, am Donnerstag beginnt in Russland die Fussball-Weltmeisterschaft. Am Tag darauf feiern Sie Ihren 85. Geburtstag. Welches Ereignis ist Ihnen wichtiger?

Mein 85. Geburtstag ist für mich das schönere Erlebnis. An einer Weltmeisterschaft sind immer Überraschungen möglich, das ist auch eine schöne Sache – aber meine 85 Jahre kommen für mich an erster Stelle.

Verfolgen Sie die WM dennoch?

Natürlich. Ich verfolge den Schweizer Fussball, den Fussball in Europa, da werde ich mir auch die Spiele der Weltmeisterschaft ansehen.

Welche Chancen geben Sie der Schweizer Nationalmannschaft an der diesjährigen WM?

Das Schweizer Team könnte für eine Überraschung gut sein. Sie haben bisher gut gespielt und gezeigt, dass sie etwas drauf haben. Vielleicht liegt sogar noch etwas mehr drin, als wir bisher gesehen haben. Ich würde sagen, die Nati hat die Chance, ziemlich weit zu kommen an dieser WM.

Erster Gegner der Schweiz wird am Sonntag Brasilien sein, fünffacher Weltmeister und stärkster Gegner in der Schweizer Gruppe. Sie standen selber einmal gegen Brasilien auf dem Platz – im Sommer 1954, als die WM in der Schweiz stattfand. Brasilien trat zu einem Testspiel gegen den Nationalliga-B-Klub FC Biel/Bienne an, wo Sie damals spielten. Wie war das, gegen die südamerikanischen Ballkünstler zu spielen?

Das war eine riesige Freude. Die Brasilianer waren in Magglingen einquartiert und kamen für ein Spiel hinab nach Biel. Es war irrsinnig, wie die uns ausgedribbelt haben. Diese Geschwindigkeit, diese angeschnittenen Bälle, dieses technische Können. Die Brasilianer spielten auf eine Weise Fussball, wie wir das in der Schweiz noch gar nicht richtig kannten. Da stand man da, und der Ball machte plötzlich einen Bogen um einen herum – wir konnten nur noch zuschauen, wie sie uns austricksten.

Jahrzehnte später, 1982, trafen sie als Schweizer Nati-Trainer wieder auf Brasilien, an einem Testspiel in Brasilien selber. Ihre Mannschaft holte damals ein 1:1 heraus. Wie war das, den Brasilianern in ihrem eigenen Land die Stirn zu bieten?

Wir waren damals mit der Mannschaft in Rio de Janeiro und flogen im selben Flugzeug wie das brasilianische Team nach Recife, wo das Spiel stattfinden sollte. Ich sagte meiner Mannschaft: Wir müssen gewinnen oder ein Unentschieden spielen - denn wenn wir verlieren, dann feiern die Brasilianer so heftig, dass wir den Rückweg nach Rio nie mehr schaffen. Es hat genützt, wir spielten gut, gingen sogar in Führung.

Die Schweizer Nationalmannschaft ist in Russland eingetroffen. Mit dabei ein grosser Stab von Mitarbeitern, die den Trainer in seiner Arbeit unterstützen. Wie war das damals bei Ihnen?

Das war ganz anders. Ich hatte einen Assistenztrainer für das Konditionstraining, aber ansonsten musste ich ziemlich viel alleine machen. Ich trainierte zum Beispiel den Goalie, musste mich aber auch um die Unterkünfte für Trainingslager kümmern. Das war alles komplizierter damals.

Am Freitag werden Sie 85 Jahre alt. Gibt’s ein grosses Fest?

Ich habe mir das überlegt, aber es ist mir zu aufwändig, viele Leute einzuladen. Ich werde in Yverdon feiern, im kleinen Kreis. Mit meinem Bekannten dort und den Angehörigen meiner verstorbenen Frau.

Das Gespräch führte Markus Föhn.

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