Pflegefinanzierung Pflegekosten für Luzerner Gemeinden steigen langsamer

Im Jahr 2015 blieben die Gemeinden auf Pflegekosten von fast 111 Millionen Franken sitzen, die nicht von den Krankenkassen und den Betroffenen übernommen wurden. Wie der Kanton am Donnerstag mitteilt, verlangsamte sich das Kostenwachstum im Vergleich zu früheren Jahren.

Eine Pflegerin nimmt einer alten Frau den Puls. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Dank vermehrter ambulanter Pflege konnte das Kostenwachstum in der Langzeitpflege gedämpft werden. Keystone

Im Jahr 2015 haben die Gemeinden 110,9 Millionen Franken Restkosten für die Langzeitpflege aufgewendet, im Jahr davor waren es noch 108,3 Millionen. Davon entfielen 90,3 Millionen auf stationäre (2014: 88,2) und 20,3 Millionen Franken auf ambulante Leistungen (19,7).

In der ambulanten Pflege verlangsamte sich der Kostenanstieg deutlich - obwohl im Jahr 2015 mit 504'386 insgesamt elf Prozent mehr ambulante Pflegestunden als im Vorjahr erbracht wurden. Grund für den niederen Kostenanstieg ist laut Mitteilung der Personalaufwand, der nicht entsprechend dem Mengenwachstum erhöht worden ist.

Kosten werden trotzdem weiterwachsen

«Wir haben mit dem gleichen Personalaufwand mehr Stunden geleistet. Dass die Kosten für das Personal trotzdem tiefer sind, hat damit zu tun, dass wir günstigeres Personal einsetzten konnten, weil es mit der Ausbildung Fachfrau Gesundheit eine neue Zwischenstufe gibt», sagt Oskar Mathis, Leiter Bereich Gesundheit beim Verband Luzerner Gemeinden gegenüber Radio SRF.

Aufgrund der demografischen Entwicklung erwartet der Kanton Luzern weiterhin mit steigenden Restkosten bei der Pflegefinanzierung. Seit der Einführung der neuen Pflegefinanzierung 2011 stiegen die Restkosten für die Gemeinden bis 2015 um 15,8 Millionen Franken. Der Kanton hatte im Gegenzug ständig höhere Spitalkosten zu tragen.