Regierung gegen Alkoholverbot auf Luzerner Plätzen

Im Kanton Luzern soll es keine Zonen geben, in denen das öffentliche Mitführen und Trinken von Alkohol verboten ist. Der Regierungsrat lehnt eine CVP-Forderung ab, weil sie nur mit einem grossen Aufwand so umzusetzen sei, dass sie auch die gewünschte Wirkung habe.

Der Europaplatz in Luzern aus der Vogelperspektive. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Nach Ansicht des CVP-Kantonsrates Pius Zängerle soll der Europaplatz künftig «alkoholfrei» werden. Keystone

Die Forderung nach einem Alkoholverbot auf bestimmten öffentlichen Plätzen stammt von CVP-Kantonsrat Pius Zängerle. Er hat Unterstützung aus allen bürgerlichen Parteien. Zentrale Plätze im Kanton Luzern sollen zu Controlled Drinking Zones werden. In diesen Rayons würde es nicht mehr erlaubt sein, Alkoholflaschen sichtbar mit sich zu führen und Alkohol zu trinken.

Sicherheitsrisiko

Zängerle begründet seine Forderung damit, dass in der Stadt zentral gelegene Plätze in den späten Nachmittagsstunden und in der Nacht objektiv und subjektiv ein Sicherheitsrisiko geworden seien. Diese unerfreuliche Entwicklung müsse gestoppt werden.

Stadt gegen striktes Regime

Der Regierungsrat setzt aber lieber auf andere Massnahmen zur Aufrechterhaltung der Ordnung als die Schaffung von alkoholfreien Rayons, so etwa auf eine präventive Polizeipräsenz in der Stadt. Er wird bei dieser Haltung von der Regierung der Stadt Luzern gestützt.

Alkoholpöbler werden schon heute verzeigt

Der Regierungsrat weist darauf hin, dass schon heute gegen Personen, die wegen Alkohol Probleme bereiteten, vorgegangen werden kann. So seien im letzten Jahr 560 Personen wegen Trunkenheit verzeigt worden.
Die Durchsetzung des Rayonverbotes und das Verhindern einer unkontrollierten Verlagerung der Szene würde nach Ansicht der Kantonsregierung viele Polizeiressourcen binden. Ein weiteres Problem sieht sie bei der Kontrolle der beliebten Mischgetränken. Das Alkoholverbot wird in der kommenden Kantonsratssession vom 31. März/1. April diskutiert.