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Zentralschweizer Wirte schauen dem Ende des Lockdowns mit gemischten Gefühlen entgegen
Aus Regionaljournal Zentralschweiz vom 01.05.2020.
abspielen. Laufzeit 06:38 Minuten.
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Restaurants-Öffnungen Viele Fragen, Probleme – und die Hoffnung auf Gäste

Am 11. Mai dürfen Restaurants und Beizen wieder öffnen. Was einfach klingt, kann je nach Betrieb kompliziert werden.

Ortstermin in Kehrsiten am Vierwaldstättersee, am Fuss des Bürgenstocks. Nathalie Hoffmann steht beim rot-weissen Absperrband, das Neugierigen den Eingang zum Seehotel Baumgarten verwehrt.

Sie führt das Familienhotel mit Fischrestaurant zusammen mit ihrem Mann, hat den Betrieb mit mehreren Sälen und Terrassen und insgesamt gut 700 Sitzplätzen von ihren Eltern übernommen. Am 11. Mai kann sie das Absperrband entfernen – Gastrobetriebe dürfen dann wieder öffnen, solange die Sicherheitsabstände eingehalten werden.

Mitarbeitende können nicht in die Schweiz einreisen

Die Sicherheitsabstände sind für Nathalie Hoffmann kein Problem. Ihr Problem ist ein anderes: «Wir sind per Schiff erreichbar, aber die Schiffe fahren im Moment nicht – das heisst, die Leute müssen zu Fuss hierherkommen», sagt sie. «Das ist ein Handicap für uns.»

Das andere Handicap: Das 25-köpfige Team, das im Sommer jeweils den Laden schmeisst im «Baumgarten», besteht zu 90 Prozent aus ausländischen Mitarbeitenden – und die können aufgrund der Einreisesperre bis Mitte Juni nicht in die Schweiz einreisen.

«Die Saison ist gelaufen»

Das bedeutet für Nathalie Hoffmann: «Wir werden in der ersten Zeit mal an den Wochenenden und an schönen Tagen öffnen, mit unserer Selbstbedienungs-Sommerbar. Aber den ganzen Betrieb hochfahren, das können wir nicht. Uns fehlen die Mitarbeiter dazu.»

Dazu komme, dass es für den Mai keine Hotelbuchungen gebe. Vor Mitte Juni werde das Geschäft wohl nicht zu Laufen kommen, schätzt sie – und auch dann werde es kein rauschender Sommer werden. «Für uns ist die Saison gelaufen. Ich lasse mich davon jetzt nicht runterziehen. Aber Normalität – das wird es wohl erst im nächsten Jahr geben.»

Gerade mal 20 Gäste sind im Szenelokal erlaubt

Szenenwechsel. Luzern, Bundesplatz, eine Gegend, die beliebt ist bei Nachtschwärmern. Hier hat Domi Meyer sein Lokal: Die Meyer Kulturbeiz. Meyer führt sie zusammen mit seiner Frau Fiona. Ein städtisches Publikum kommt hierher, in dem alternativen Szenelokal finden auch Konzerte und Ausstellungen statt. Ein ganz anderes Lokal als das Seehotel Baumgarten – und auch ganz andere Probleme.

Domi Meyer, Betreiber der Meyer Kulturbeiz in Luzern
Legende: Die Farbe des neuen Wandbilds ist schon mal getrocknet, vieles ist aber noch unklar: Domi Meyer, Wirt der Meyer Kulturbeiz in Luzern. SRF

Das Lokal ist so klein, dass Meyer unter Einhaltung der Sicherheitsabstände gerade mal noch 20 Personen darin bewirten darf. Kommt dazu: Auch für nur 20 Personen wird’s kompliziert in der Meyer Kulturbeiz. «Wo darf man stehen, wo nicht, das wird nicht einfach, auch mit Bodenmarkierungen», sagt Domi Meyer. «Wo geben wir die Getränke raus, wo nehmen wir die Bestellungen entgegen, wo wird bezahlt – alles offene Fragen, zu denen es im Moment noch keine Bestimmungen gibt.»

Die grosse Frage: Kommen die Gäste überhaupt?

Offen ist auch die Frage, ob die Gäste überhaupt kommen, ob sie Lust haben auszugehen, sich mit anderen Leuten in geschlossene Räume zu setzen. «Wir müssen von den wenigen Plätzen, die wir anbieten können, jeden besetzt haben, um einigermassen wirtschaftlich funktionieren zu können», sagt Domi Meyer. Grundsätzlich sei er aber zuversichtlich: «Wir haben uns einfach gesagt: Wir machen wieder auf.»

Zehn Tage bleiben so unterschiedlichen Gastrobetrieben wie dem Seehotel Baumgarten und der Meyer Kulturbeiz noch, um ihre Konzepte auszuarbeiten, die Abläufe zu planen und ihre Lokale herzurichten. Dann wird sich zeigen, ob ihre Gäste nach dem Lockdown wieder zurückkehren, um auswärts zu essen und zu trinken.

Regionaljournal Zentralschweiz, 1. Mai 2020, 17:30 Uhr;

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