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Legende: Audio Christian Oechslin zur Departementsverteilung der Luzerner Regierung abspielen. Laufzeit 01:53 Minuten.
01:53 min, aus Regionaljournal Zentralschweiz vom 22.05.2019.
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Rochade in Luzerner Regierung Ein regelrechter Paukenschlag

Der Departementswechsel von Reto Wyss und Marcel Schwerzmann ist ein regelrechter Paukenschlag. Warum es genau dazu gekommen ist, dazu gibt es keinen Kommentar. Weder die Parteispitzen noch die Regierung wollen sich im Detail dazu äussern. Das deutet darauf hin, dass es hinter den Kulissen ziemlich rumorte und der Wechsel von Marcel Schwerzmann in das Bildungs- und Kulturdepartement alles andere als freiwillig ist.

Im Wahlkampf entstand nämlich zu keinem Zeitpunkt der Eindruck, dass er an seiner Arbeit im Departement die Lust verloren hätte. Im Gegenteil. Er pries sich als Finanzexperte an. Für ihn als amtsältester Regierungsrat macht es zudem wenig bis gar keinen Sinn, das Departement für höchstens vier Jahre noch zu wechseln.

Wahrscheinlicher ist, dass ihm die CVP mit Reto Wyss das Finanzdepartement abjagen wollte. Es ist das wichtigste Departement, weil der Finanzdirektor in allen Bereichen Einfluss nehmen kann und weil auch die Immobilien zu diesem Departement gehören. Da werden in den nächsten vier Jahren wichtige Weichen gestellt, zum Beispiel beim Verwaltungsgebäude am Seetalplatz oder beim Campus Horw.

Wenn man sich bei der CVP in den letzten Jahren umgehört hat, dann ist auch aufgefallen, dass sich immer mehr Leute in der Partei daran gestört haben, dass das wichtigste Departement im Kanton von einem Parteilosen geführt wird, der seine Finanzpolitik also bei keiner Parteibasis rechtfertigen muss. Dazu kommt, dass die beiden CVP-Regierungsräte in den letzten Jahren Entscheide aus dem Finanzdepartement mittragen mussten: Stichwort Zwangsferien oder Prämienverbilligungen.

Die Verbannung von Marcel Schwerzmann in das Bildungs- und Kulturdepartement kann man nun als eine Art Retourkutsche interpretieren. Die CVP hat ihre Macht im Regierungsrat ausgespielt und sich das Schlüsseldepartement geholt. Ganz nach ihrem Wahlkampf-Motto: «Wir bestimmen die Richtung.»

Christian Oechslin

Christian Oechslin

SRF-Redaktor Regionaljournal Zentralschweiz

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Christian Oechslin arbeitet seit über 10 Jahren in der Regionalredaktion Zentralschweiz. Er beschäftigt sich schwerpunktmässig mit der Politik im Kanton Luzern und ist Regionalkorrespondent Zentralschweiz von Radio SRF.

SRF 1, Regionaljournal Zentralschweiz, 6:32 Uhr; joel

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6 Kommentare

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  • Kommentar von Annette Tschanen  (atschanen)
    In der Tat ein veritables Trauerspiel! Die Bürgerlichen warben im Wahlkampf mit Kontinuität und kaum ist man im Amt, schaltet und waltet man nach Gutdünken. “Der Wahlkampf ist vorbei!“ So der O-Ton von Winiker, angesprochen auf die Kehrtwende! Da bin ich mal gespannt, ob weiter auf dem Buckel des Mittelstands gewirtschaftet wird oder ob endlich auch Grossfirmen wieder Steuern zahlen, die in Bildung investiert werden. Herr Wyss kennt sich ja hoffentlich in beiden Bereichen aus?!
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  • Kommentar von Andreas Wüest  (Andy222)
    Wie kann das sein? Auf den Plakaten wurde dafür geworben, dass damit Kontinuität und Sicherheit einhergehe. Was soll also der Quatsch, wenn jetzt Departemente getauscht werden? Lustig, wie man andere diffamiert, sie hätten keine Erfahrung und dann macht man nach den Wahlen so etwas... Finde das einfach unwürdig, peinlich und lächerlich! Dass Luzern tatsächlich so abgestimmt hat, schmerzt im Innersten!
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  • Kommentar von Ueli Lang  (Wochenaufenthalter)
    Irgendwie beruhigend, dass die CVP nun mit Reto Wyss im Finanzdepartement die Richtung bestimmen will, nachdem im Bildungsdepartement ja eigentlich nie so ganz klar war, welche Richtung man ansteuerte und wer genau am Steuer sass, wenn daran gedreht wurde! Die Wandlung vom Getriebenen zum selbsternannten Steuernden wirkt fast immer glaubwürdig!
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