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Legende: Audio Olivier Dolder, wer wird im zweiten Wahlgang gewählt? abspielen. Laufzeit 07:25 Minuten.
07:25 min, aus Regionaljournal Zentralschweiz vom 05.04.2019.
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Rückblick auf Luzerner Wahlen «Das Ausmass der Verschiebungen hat mich überrascht»

Der Erfolg der Grünen könne aber nicht nur mit der Klimadiskussion erklärt werden, sagt der Politologe Olivier Dolder.

Eine Woche nach den Luzerner Wahlen analysiert der Luzerner Politologe Olivier Dolder im Regionaljournal Zentralschweiz die Resultate. Hier sind seine wichtigsten Befunde in Kurzform:

Die grösste Überraschung war für Olivier Dolder das Abschneiden der Grünen – sowohl im Kantonsrat (8 Sitzgewinne) als auch bei der Regierungsratswahl (mit der fünftplatzierten Korintha Bärtsch). Natürlich habe sie von der Klimadiskussionen profitieren können, aber nicht nur:

Wahrscheinlich hat das Argument, eine Frau zu wählen, auch gezogen.

Noch nicht verloren habe Finanzdirektor Marcel Schwerzmann, obwohl er im ersten Wahlgang nur den siebten Rang erreichte. Schwerzmann habe auch schon vor vier Jahren im zweiten Wahlgang stark zulegen können, sagt Dolder. Aber klar sei, die finanziellen Probleme des Kantons hätten ihm geschadet:

Schwerzmann ist natürlich der Kopf der Tiefsteuerstragie. Deshalb dürfte er im ersten Wahlgang derart Mühe gehabt haben.

Der Einfluss der Parteien sei sehr begrenzt, vermutet Politologe Dolder. Viele Wählerinnen und Wähler hielten sich nicht an die Empfehlungen der Parteien – das habe sich auch vor vier Jahren gezeigt. Damals unterstützte die CVP die SP-Kandidatin, sie wurde aber nicht gewählt. Für Olivier Dolder bedeutet dies: Obwohl die bürgerlichen Parteien sie nicht zur Wahl empfehlen, sind die Chancen der Grünen Korintha Bärtsch intakt. Allerdings:

Zu sagen, wer die besseren Chancen hat, das wäre reines Kaffeesatzlesen.

Luzern ist nicht allein mit dem Aufschwung der Grünen, gibt Dolder mit Blick auf die Wahlen in Zürich und Basel-Land zu bedenken. Ob der Trend sich auch bis in den Herbst verlängern werde, sei aber noch nicht sicher. Denn es könnten auch andere Themen wie die Europafrage (Rahmenabkommen) plötzlich wichtiger werden als das Klima. Politologe Dolder sagt deshalb:

Es wäre falsch, die Resultate in Luzern eins zu eins auf die nationalen Wahlen übertragen zu wollen.

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