Rüüdig langer Güdismontag-Umzug

Dichtestress am Luzerner Fasnachtsumzug: Nebst den 39 offiziellen Nummern waren am Güdismontag über 90 wilde Gruppen mit dabei. Obwohl der Umzug so viel länger als geplant dauerte, sehen die Fasnachts-Verantwortlichen hier kein Problem.

Die Kreativität wird an der Luzerner Fasnacht gross geschrieben. Entsprechend will man kreativen Gruppen auch eine Plattform bieten, und so werden nebst den offiziellen auch immer wilde Umzugsnummern zum Korso zugelassen. In diesem Jahr wurden aber so viele inoffizielle Umzugsnummern gezählt wie noch nie. Dies freut zwar das Publikum, die letzten der offiziellen Fasnachtsgruppen müssen aber deswegen sehr lange auf ihren Start warten.

Nur 39 offizielle Umzugsnummern

So beispielsweise die Gruppe «Conversio»: Sie wartete über zwei Stunden, bis sie endlich losmarschieren durfte. Doch das lange Warten hat sich gelohnt. Der Wagen genau dieser Gruppe wurde zum besten diesjährigen Umzugssujet gewählt. Das Ergebnis dieser Wahl wurde am Dienstag mit der Prämierung des besten «Lozärner Fasnachtsgrend» bekannt gegeben.

Kein Problem wegen der grösseren Zahl von wilden Umzugsnummern sieht das Luzerner Fasnachtskomitee (LFK). Diese seien eine grosse Bereicherung, sagt LFK-Präsident Stephan Furrer. Wilde Gruppen dürfen also auch künftig vermehrt mitmachen, hingegen halte man strikt an den 39 offiziellen Nummern fest. Nicht mehr offizielle, aber gerne mehr wilde Nummern: Dies ist eben die «rüüdige Luzerner-Fasnachtslogik».

Umzug zu lang fürs Fernsehen

Keine Freude am (zu) langen Umzug haben jedoch wohl die Fernsehzuschauer. Zwei Stunden Sendezeit hatte der Umzug 2015 bei Fernsehen SRF, diese genügte aufgrund der vielen wilden Gruppen aber nicht. So waren die letzten (offiziellen wie auch wilden) Umzugsujets nicht mehr zu sehen. Zudem ist der immer längere Umzug auch ein Problem für die Verkehrsbetriebe Luzern (VBL), welche den normalen Betrieb jeweils drei Stunden nach Umzugsbeginn wieder regulär aufnehmen möchten.

Regionaljournal Zentralschweiz, 17:30 Uhr