Sackgebühr: Was in Horw klappt, sorgt in Hergiswil für rote Köpfe

Die Gemeinde Horw hat die Sackgebühren vor zehn Jahren eingeführt und gute Erfahrungen gemacht damit. Die Nachbargemeinde Hergiswil im Kanton Nidwalden wehrt sich immer noch gegen die verursachergerechte Entsorgung, weil diese für Familien Mehrkosten zur Folge hat.

Zwei Männer stehen hinten auf einem Abfallentsorgungslastwagen. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: In der Gemeinde Horw werden die Gebühren für die Abfallentsorgung seit zehn Jahren verursachergerecht erhoben. Keystone

Am Anfang sei die Bevölkerung skeptisch gewesen und habe sich nicht über die Änderung gefreut, sagt der Horwer Gemeinderat Robert Odermatt. Aber schon bald habe man sich an die Sackgebühren gewöhnt: «Wir mussten das Bundesgesetz umsetzen und haben mit den Sackgebühren auch positive Veränderungen erlebt», so Odermatt gegenüber dem «Regionaljournal Zentralschweiz».

Die Abfallmenge sei zurückgegangen und die Kosten seien für die Leute ungefähr gleich geblieben.

In der Nachbargemeinde Hergiswil will man hingegen nichts von Sackgebühren wissen. Das heutige System funktioniere sehr gut und werde von der Bevölkerung geschätzt, sagt Renato Durrer, Gemeinderat von Hergiswil: «Es stört uns sehr, dass wir ein neues System einführen sollen, das mehr kosten wird.»

Bund verlangt neues System

Berechnungen des Kehrichtverwertungsverbands Nidwalden zeigen, dass Haushalte ab vier Personen mehr für die Kehrichtentsorgung bezahlen müssen mit den Sackgebühren, kleinere Haushalte dafür aber weniger. Die Nidwaldner Gemeinden müssen aber ein neues Entsorgungssystem einführen, das verursachergerecht ist, denn der Bund verlangt dies.

«Unser heutiges Abfallsystem ist nicht bundesrechtskonform, weshalb wir bis Anfang 2014 eine andere Lösung finden müssen», sagt darum auch der Nidwaldner Regierungsrat Ueli Amstad. Nächste Woche will die Kantonsregierung entscheiden, wie es weitergehen soll.