Sanierung eines Nadelöhrs: Die Schöllenen

Die Bauarbeiten zwischen Göschenen und Andermatt sind in vollem Gange. Gerade im aktuellen Sommerreiseverkehr wird es eng in der imposanten Schöllenen-Schlucht. Den gesamten Verkehr dirigiert der Urner Verkehrsmanager Ruedi Baumann. Er ist die Ruhe selbst.

Die Verkehrsmanagementzentrale Schöllenen «klebt» förmlich an der Stützmauer in der Schöllenenschlucht zwischen den Galerien Heuegg und Tanzenbein. In einem kleinen weissen Container sitzt Tag für Tag der 55-jährige Urner Ruedi Baumann. Der ehemalige Polizist weiss aus Erfahrung, wann er die Ampeln für einen Lastwagen auf grün stellen muss, um nicht einen längeren Stau auszulösen.

«  Meine Aufgabe ist es, den Verkehr sicher und störungsfrei durch die Schöllenen zu bringen. Bei 850 Fahrzeugen pro Stunde und Richtung geht das aber nicht ohne Wartezeiten. »

Ruedi Baumann
Verkehrsmanager

Hilfe erhält er zusätzlich von neuen Kameras, diese liefern ihm Bilder der gesamten Strecke vom Kreisel in Göschenen bis zum Kreisel in Andermatt. Bei hohem Verkehrsaufkommen hat Ruedi Baumann Helfer. Diese machen ihn per Funk auf die aktuelle Situation aufmerksam. Ruedi Baumann schaltet dann die Ampeln der Rotlichter der beiden Baustellen manuell.

Der Mensch, so Gesamtleiter Willi Reck, könne auf den komplexen Verkehrsfluss «optimierter reagieren» als eine Ampelanlage. Neben dem normalen Verkehr muss auch noch der Verkehr der beiden Baustellen zwischen Göschenen und Andermatt geregelt werden.

«Es ist eine wunderschöne Baustelle»

Für Gesamleiter Willi Reck ist die grosse Komplexität dieser speziellen Sanierung eine Herausforderung. Gleichzeitig schwärmt er von der «wunderschönen Baustelle». Bis zu 14'000 Fahrzeuge passieren an Spitzentagen die Schöllenen. Da seien Staus schlicht «nicht zu verhindern».

Die Gesamerneuerung der Schöllenen hat 2014 begonnen, sie dauert noch bis 2019. Gebaut wird zwischen April und Ende Oktober, jeweils an sechs Tagen pro Woche. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 105 Millionen Franken.

Regionaljournal Zentralschweiz, 17:30 Uhr