Schnee aus der Düse «Wir wollen die Schneeproduktion immer noch mehr optimieren»

Die Firma Bächler Top Track aus Emmenbrücke hat eine Anlage entwickelt, die ohne Strom Schnee produzieren kann.

Eine Lanze für künstliche Beschneiung davor ein Mann. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Geschäftsführer Mario Koch vor der ausgezeichneten Schneilanze. SRF

Wegen Schneemangel setzen immer mehr Skigebiete auf künstlichen Schnee. Das stösst immer wieder auf Kritik, beispielsweise wegen dem Energieverbrauch. Die Firma Bächler Top Track aus Emmenbrücke hat für dieses Problem eine Lösung gefunden. Für diese energie-effiziente Neuerfindung wird sie nun gleich zweifach ausgezeichnet, sowohl vom Verband Seilbahnen Schweiz wie auch von der Industrie- und Handelskammer Zentralschweiz.

Energie-effiziente «Schneilanzen»

Am Rand von Emmenbrücke arbeiten 13 Personen in der einzigen Firma der Schweiz, welche Beschneiungsanlagen produziert. Dabei setzen sie auf sogenannte «Schneilanzen», hohe Stangen, welche den Schnee auf die Pisten regnen lassen. Eine solche Schneilanze brauchte bis anhin schon massiv weniger Energie als eine herkömmliche Schneekanone, sagt Geschäftsführer Mario Koch. «Eine Lanze braucht gerade etwa so viel Energie wie ein normaler Haarföhn.»

«  Wir haben wie beim Bierbrauen das Reinheitsgebot. Für die Schneeproduktion brauchen wir nur reines Wasser und Luft. »

Mario Koch
Geschäftsführer Bächler Top Track

Und nun hat seine Firma sogar eine Lanze entwickelt, die ganz ohne Strom auskommt. Die Voraussetzung, dass diese funktioniert ist, dass die Wasserquelle 200 Meter höher gelegen ist als die Schneilanze. So kann der Druck vom Wasser für die Schneeproduktion genutzt werden. Diese Vorgänge sind physikalisch hochkomplex - auf etwas legt Mario Koch aber besonderen Wert: «Der Schnee entsteht ohne chemische Zusätze.» Bei der Schneeproduktion gelte wie beim Bier das Reinheitsgebot.

Kritik von Pro Natura

Auch wenn es nun energie-effizientere Beschneiungsanlagen gibt, wehrt sich Pro Natura nach wie vor gegen Kunstschnee-Anlagen. «Es sind vier Punkte, die wir kritisieren - und da ist der Energieverbrauch nur einer davon», sagt Marcel Liner, welcher bei der Naturschutzorganisation als Projektleiter Alpenschutz tätig ist. «Der negative Einfluss auf die Landschaft, der hohe Wasserverbrauch und die hohen Kosten sind die weiteren Argumente, welche gegen künstliche Beschneiung sprechen», sagt er. Anstelle von Massentourismus im Winter empfehle Pro Natura seit Jahren einen sanften, naturverträglichen Tourismus.

Regionaljournal Zentralschweiz, 17:30 Uhr