«So oder andersch»: Statt Munition lagern hier Käselaibe

Wo die Armee früher Munition aufbewahrte, reifen heute Raclette-Käselaibe der Sarner Käserei Seiler. Der alte Stollenbau in Giswil eignet sich perfekt für die Käselagerung, nicht nur wegen der Grösse des Stollens, sondern auch wegen der Temperatur im Fels.

Der unterirdische Bau im Fels befindet sich ausgangs Giswil in Richtung Mörlialp. Ein unscheinbares Tor führt in die Anlage mit zwei rund 100 Meter langen Stollen. Die Schweizer Armee hatte sie während des zweiten Weltkriegs gebaut und lagerte dort über Jahrzehnte scharfe Munition.

Heute ist davon nichts mehr zu sehen. An die Armeevergangenheit erinnert höchstens noch der Eingang, der in unscheinbarem Tarngrün gehalten ist. In den Stollen hingegen ist es hell und fast klinisch sauber, 65'000 Raclette-Käselaibe lagern auf hohen Regalen, bei 11 Grad. Die Klimatisierung ist einfach, denn im Fels liegt die Temperatur natürlicherweise bei rund 10 Grad, erklärt Felix Schibli von der Sarner Käserei Seiler, die das Käselager betreibt. «Das hilft uns, weil wir so wenig Energie benötigen.»

Vieles ist im Stollen automatisiert. Ein grosser Roboter übernimmt die Käsepflege, er holt drei Laibe auf einmal aus dem Regal, wendet und befeuchtet sie, damit sie wie gewünscht reifen, und schiebt sie dann wieder zurück ins Regal. In einer Stunde kann der Roboter rund 600 Käselaibe behandeln.

Regionaljournal Zentralschweiz, 17:30 Uhr