Sprachenstreit: Nidwaldner Regierung sieht keinen Handlungsbedarf

Die Nidwaldner Bevölkerung stimmt über eine Initative ab, die nur noch eine Fremdsprache in der Primarschule verlangt. Die Regierung unterstützt diese Initiative und sagt, dass bei Annahme der Initiative nur noch Englisch auf der Primarstufe angeboten würde. Der Bund verlangt aber Französisch.

Res Schmid im Portrait. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Der Nidwaldner Regierungsrat Res Schmid möchte vorerst an seiner Strategie nichts ändern. Keystone

Bei der Sprachenfrage brauche es eine Harmonisierung, hat Bundesrat Alain Berset mehrfach betont. Wenn die Kantone unter sich keinen Kompromiss fänden, dann sei der Bund bereit, einzugreifen. Diese Haltung stützt das Bundesamt für Kultur (BAK) in einem Bericht, den die zuständige Kommission des Ständerats bestellt hat, rechtlich.

In diesem Bericht wird angeregt, dass zwingend auf der Primarstufe eine zweite Landessprache unterrichtet werden muss. Das Sprachengesetz soll entsprechend ergänzt werden. Für die anstehende Abstimmung im Kanton Nidwalden ändere sich deshalb aber nichts, sagt der Nidwaldner Bildungsdirektor Res Schmid gegenüber dem Regionaljournal Zentralschweiz.

Man halte daran fest, bei Annahme der Initiative Französisch erst ab der Sekundarstufe zu unterrichten. Sollte der Bund seine Ankündigung wahr machen und auf Bundesebene eine Gesetzesanpassung vornehmen, müsse man als Kanton darauf reagieren. Vorerst sieht er aber keinen Handlungsbedarf, da es sich erst um einen Bericht handle.