Südostbahn buhlt um die Gotthard-Bergstrecke

Die Schweizerische Südostbahn (SOB) fordert die SBB auf der Gotthard-Bergstrecke heraus. Unter anderem liebäugelt sie mit Direktverbindungen von Basel in die Leventina, die sie kostendeckend betreiben möchte. Ihr Angebot sei für Touristen und Pendler attraktiv.

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Bildlegende: Die Kirche von Wassen bleibt definitiv wo sie ist, ändern könnten sich vielleicht die Züge, die vorbeifahren. Keystone

Die Südostbahn (SOB) will künftig die Gotthard-Bergstrecke von der SBB übernehmen. Zudem will sie in der Ostschweiz ihr Angebot für Bahnreisende zwischen Zürich und Chur über St. Gallen ausbauen. Am Donnerstag haben die SOB-Verantwortlichen in Luzern die Konzepte vorgestellt, die sie beim Bundesamt für Verkehr (BAV) eingereicht haben.

Basel - Lugano in einem Zug

Am Gotthard sieht die Südostbahn einen Stundentakt auf der Strecke Arth-Goldau-Lugano via Bergstrecke und Ceneri-Basistunnel vor. Verknüpft werden der Interregio Basel-Erstfeld respektive Zürich-Erstfeld und der TILO-Regionalzug Erstfeld-Lugano. Ein Umsteigen in Erstfeld sei nicht mehr nötig, sagt SOB-CEO Thomas Küchler. Die Züge werden alternierend über Luzern oder Zürich/Zug geleitet.

Mit dem Ausbau ihres Angebots und den Verknüpfungen mit bestehenden Verbindungen verspricht die SOB, die Korridore in der Ostschweiz und am Gotthard eigenwirtschaftlich betreiben zu können. Thomas Küchler spricht von Effizienzsteigerungen von bis zu 25 Millionen Franken pro Jahr. Dies soll dem Bund und den Kantonen zugute kommen.

Neue Arbeitsplätze für Erstfeld

Für die Fahrgäste will die SOB mehr umsteigefreie Direktverbindungen zwischen den nationalen und regionalen Zentren der Deutsch- und Südschweiz bieten. Unter anderem entstünden beispielsweise wieder Direktverbindungen von Basel in die Leventina sowie direkte Züge zum Beispiel von Göschenen zum Flughafen. «In Erstfeld planen wir 20 bis 25 neue Stellen, hauptsächlich Lokführer und Zugbegleiter», sagt Küchler.

Die SOB hatte sich bereits 2013 und 2014 für den Betrieb der Gotthard-Bergstrecke beworben. Das BAV entschied allerdings, dass die SBB die Strecke bis mindestens Ende 2017 weiterbetreiben sollen.

SBB will verlängern

Per Ende 2017 läuft die Mehrheit der SBB-Fernverkehrskonzessionen aus. Das BAV ist derzeit daran, die Neuvergabe zu planen. Ein Wettbewerbsverfahren ist nicht vorgesehen. Weil die SBB ihre laufende Konzession für den Betrieb der Gotthard-Bergstrecke verlängern will, wird es doch zu einer Wettbewerbssituation kommen. Zur Diskussion steht auch, ob die Gotthard-Bergroute weiter als kostendeckende Fernverkehrsstrecke betrieben oder zur subventionsberechtigten Regionalverkehrsstrecke deklariert werden soll.