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Zentralschweiz SVP kehrt in die Luzerner Regierung zurück

Der SVP ist die Rückkehr in die Luzerner Regierung gelungen. Der Krienser Gemeindepräsident Paul Winiker schaffte den Einzug im zweiten Wahlgang. Auf der Verliererseite stehen die SP und die Frauen. Sie sind nicht mehr in der Regierung vertreten. Finanzdirektor Marcel Schwerzmann wurde bestätigt.

Legende: Video Schwarzer Sonntag für die SP abspielen. Laufzeit 1:22 Minuten.
Aus Tagesschau vom 10.05.2015.

Der Kanton Luzern wird in den kommenden vier Jahren von fünf bürgerlichen Männern regiert. Nachdem im ersten Wahlgang bereits die beiden CVP-Vertreter Guido Graf und Reto Wyss sowie der FDP-Mann Robert Küng gewählt worden waren, schafften es im zweiten Wahlgang auch noch der parteilose Finanzdirektor Marcel Schwerzmann und der Krienser Gemeindepräsident Paul Winiker. Mit Winiker kehrt die SVP nach acht Jahren Unterbruch in die Luzerner Regierung zurück.

Linke und Frauen nicht mehr vertreten

Historisch ist die Wahlniederlage für die SP und die Frauen. Die SP verliert ihren einzigen Sitz nach 56 Jahren. Der Partei gelang es nicht, mit ihrer Kandidatin Felicitas Zopfi den Sitz der zurücktretenden Justizdirektorin Yvonne Schärli zu verteidigen.

Resultat im zweiten Wahlgang

Marcel Schwerzmann, parteilos
65'708 Stimmen (gewählt)
Paul Winiker, SVP
54'500 Stimmen (gewählt)
Felicitas Zopfi, SP
37'154 Stimmen (nicht gewählt)

Historisch ist die Niederlage aber auch für die Frauen. Erstmals nach 28 Jahren sind sie nicht mehr in der Luzerner Regierung vertreten.

Kantonsrätin Felicitas Zopfi hätte es sowohl für die Linke als auch für die Frauen richten sollen. Das gelang der Primarlehrerin nicht, trotz überparteilicher Unterstützung. Im Wahlkampf war Zopfi mangelnde Erfahrung in einem Exekutivamt vorgeworfen worden. Zudem wurde der ehemaligen SP-Parteipräsidentin vorgehalten, sie politisiere zu links. Zopfi hatte die bürgerliche Steuerstrategie mit schweizweit tiefsten Unternehmensgewinnsteuern immer wieder kritisiert.

Legende: Video SRF-Korrespondentin: «Zopfi polarisierte stark» abspielen. Laufzeit 1:25 Minuten.
Aus Tagesschau vom 10.05.2015.

SP gibt sich kämpferisch

Mit dem Ausscheiden der SP und dem Einzug der SVP ändert die parteipolitische Zusammensetzung der Luzerner Regierung nach 2007 erneut. Sie setzt sich neu wie folgt zusammen: 2 CVP, 1 FDP, 1 SVP und 1 Parteiloser. Damit regiert in Luzern die einzige rein bürgerliche Männerregierung der Schweiz.

Die Luzerner SP hat nach dem Verlust ihres einzigen Sitzes in der Kantonsregierung kämpferische vier Jahre in der Opposition angekündigt. SP-Präsident Daniel Gähwiler machte die bürgerliche Wahlkampagne für die Niederlage der Linken verantwortlich.

SVP will Brücken bauen

SVP Parteipräsident Franz Grüter bezeichnet den gewählten Paul Winiker als lösungsorientierten Politiker. Er werde sich gut ins Regierungsgremium integrieren. Die SVP des Kantons Luzern wolle nun Brücken zu den Mitteparteien bauen, sagte Grüter am Sonntag der Nachrichtenagentur sda. Für die Partei werde die Arbeit mit der Rückkehr in die Regierung einfacher.

Erleichtert zeigte sich der parteilose Finanzdirektor Marcel Schwerzmann nach der Wiederwahl. Er sei sehr glücklich und dankbar, dass er für eine weitere Amtszeit gewählt wurde. Er werte sein Resultat als Bestätigung für seine Arbeit.

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47 Kommentare

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  • Kommentar von Björn Christen, Bern
    Und wieder eine Regierung ohne rote Socken. Weiter so!
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  • Kommentar von M.Müller, Zürich
    Ich bin überzeugt, dass die SVP den grössten Teil an unreflrktierten Parolenwähler aller Grossparteien hat. Selber denken - Fehlanzeige! Die SVP Oligarchen nützen diese Erkenntnis excellent aus und nützen die Wähler für Ihre Oligarcheninteressen. Gefüttert wird das Stimmvieh mit populistischen Parolen für einfach denkende und kurzsichtige. Die SVP Oligarchen sind logisch gegen die Erbschaftssteuer und konstruieren Gegenargumente für ihre Wähler welche eifrig in den stinkenden Fisch beissen.
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  • Kommentar von Rolf Bolliger, Orpund
    Zwei Bemerkungen zur NICHT-WAHL der SP-Frau: Fast ALLE Kandidaten(innen) auf SP-Listen in der Schweiz, sind meistens gar keine einfache Büezer und Angestellte! Nur noch Lehrer, Migrantenbetreuer, Psychologen, Künstler. usw. prägen die Listen der Genossen. Als ich die extreme ideologische Ansicht von Frau Zopfi erfuhr, lief es mir einmal mehr kalt den Rücken hinunter: Solche extreme Politikerinnen lehren (beeinflussen) als Primarlehrerin ganze Schulklassen! Die Stimmbürger haben richtig reagiert!
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