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Zentralschweiz Tödlicher Badeunfall: Software war nicht tauglich

Ein 4-jähriger Junge verstarb nach einem Badeunfall im Luzerner Hallenbad. Die Unterwasser-Überwachung hat im Lernschwimmbecken nicht funktioniert. Diese reagiert erst bei einer Mindesttiefe von 1.10 Metern. Man tüftle schon länger an einem Software-Update, heisst es bei der Herstellerfirma.

Becken im Hallenbad Luzern
Legende: Hallenbad Luzern Im Lehrschwimmbecken wird eine Software eingebaut, die trotz dem niederen Wasser funktionieren soll. zVg

Die Überwachungskameras mit entsprechender Software im Hallenbad Luzern konnten den Unfall und Tod eines 4-jährigen Kindes nicht verhindern: da sie im Unfallbecken gar nicht in Betrieb waren. In allen anderen Becken funktioniert das Alarmsystem jedoch ohne Problem.

Die von der Stadt für 360'000 Franken eingekaufte Überwachungssoftware ist für das Lernschwimmbecken nicht tauglich.

Die Mindestwassertiefe von 1,10 Meter war nicht immer garantiert: «Sinkt die Wasserhöhe, schaltet die Software automatisch ab», sagt Walter Sari von der Herstellerfirma Jomatec aus Küssnacht, die das System vor vier Jahren installierte.

System an die Bedürfnisse anpassen

Das Lernschwimmbecken ist mit einem Hubboden ausgestattet, so dass der Boden und damit die Wassertiefe verstellt werden kann. Es habe sich herausgestellt, dass die Hallenbadgäste im Lernschwimmbecken eine Wassertiefe von 65 Zentimeter bis 1,25 Meter bevorzugen. Das habe man im Voraus nicht wissen können, heisst es bei der Herstellerfirma der Software. Man sei sich des Problems bewusst gewesen, sagt auch der Geschäftsführer des Hallenbads Luzern. Jedoch:

Das System muss sich den Bedürfnissen der Gäste anpassen und nicht umgekehrt.
Autor: Stefan SchlatterGeschäftsführer Hallenbad Luzern

Man habe sich bereits vor dem tragischen Unfall um eine Aktualisierung der Software gekümmert und nach neuen Lösungen gesucht. Die neue Software wird nun in den kommenden Wochen installiert.

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Sandra Schneider (snom)
    Die Aufsichtspflicht muss natürlich gewährleistet sein. In diesem Fall waren ja sogar 2 Bademeister im Einsatz und trotzdem kam es zum Unfall. In solchen Fällen kann das richtige Sicherheitssystem zur Unterstützung dienen. Falls man aber seit beinahe 4 Jahren ein System im Einsatz hat, mit dem Wissen, dass es nicht funktioniert, ist dies meines Erachtens etwas fahrlässig. Wieso prüft man nicht ein Alternativsystem aus der Schweiz, welches mit Armbändern funktioniert und weltweit im Einsatz ist?
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  • Kommentar von Martin Steffen (_ms)
    Ein 4-jähriger Junge gehört im Schwimmbad beaufsichtigt - und zwar von Menschen! Eltern? Lehrer? Ältere Begleitpersonen? Bademeister? Alle irgendwo auf Facebook & Co.? Hört endlich auf mit diesem Technik-Schrott und kümmert Euch wieder aufmerksam und persönlich um die Kinder!
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    1. Antwort von Richard Schelch (Richard Schelch)
      Niemand passt "absichtlich" nicht auf, trotzdem kommt es immer wieder zu tragischen Unfällen. Ihrer Meinung nach benötigt man also auch keinen Airbag, da ja jeder vorsichtig fahren muss.... Die Frage ist hier eher, ob man das richtige System verwendet. Es gibt ein wesentlich besseres System, welches sogar in der Schweiz produziert wird!
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    2. Antwort von Martin Steffen (_ms)
      @ Richard Scheich: Heutzutage erleben wir einen (ICT) Technik Overkill - das finde ich fatal! Überall Kameras, Sensoren, Totalüberwachung, welche gefährliche Scheinsicherheit vermitteln! Deren Hersteller versprechen alles - die Technikgläubigen verlassen sich sehr oft blindlings darauf > genau das reduziert die menschliche Aufmerksamkeit und rächt sich bitter! Gegen rudimentäre, einfache Schutzmassnahmen habe ich nichts einzuwenden - die Aufsichtspflicht hat aber der Mensch wahrzunehmen!
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