Tödlicher Polizeieinsatz: Viel Aufruhr, noch wenige Fakten

Bei einem Polizeieinsatz im März in Malters nahm sich eine 65-jährige Frau das Leben. Ihr Sohn erhebt Klage gegen die Luzerner Polizeiführung. Die Sendung «Rundschau» berichtet über angebliche Fehler beim Einsatz. Der zuständige Staatsanwalt hat noch nicht alle Befragungen abgeschlossen.

Der Tatort in Malters Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die Polizei war im März mit einem Grossaufgebot in Malters vor Ort. SRF

In der Sendung «Rundschau» wird der Polizeieinsatz kritisiert. Sie stützt sich dabei auf Untersuchungsakten, die ihr vorliegen. Der Polizeipsychologe gibt zum Beispiel zu Protokoll, dass er vor einer Stürmung gewarnt habe. Die 65-jährige, bewaffnete und psychisch kranke Frau sei keine Gefahr für die Umgebung. Sie werde eher sich selber etwas antun, wenn man sie in die Enge dränge.

Der zuständige Staatsanwalt aus dem Kanton Aargau, Chrispoph Rüedi, bestätigt auf Anfrage diese Aussage des Psychologen.

Er betont jedoch, dass die Befragungen noch lange nicht abgeschlossen seien. Erst Ende Jahr, wenn alle Fakten auf dem Tisch liegen, will er informieren. Die bisher vorliegenden Aussagen liessen noch keine Schlüsse zu. Es fehlten noch viele Befragungen von Beteiligten des 19 Stunden dauernden Polizeieinsatzes.

In einer Videobotschaft hat sich gestern auch der Luzerner Sicherheitsdirektor Paul Winiker zu Wort gemeldet. Noch bevor die Sendung im Fernsehen ausgestrahlt wurde, betonte er, dass es sich um ein laufendes Verfahren handle, dass die Unschuldsvermutung gelte und dass man keine Personen vorverurteilen soll.

Regionaljournal Zentralschweiz; 17:30 Uhr