«Überdüngung macht mehr Kummer als Krebspest, Wels und Kormorane»

Der Sempachersee ist wegen der Krebspest für fünf Jahre zum Sperrgebiet erklärt worden. Der Berufsfischer und Luzerner Kantonsratspräsident, Andreas Hofer, entwarnt: Auf Qualität und Quantität der Fische hat die Krebspest keine Auswirkungen. Das Problem der Wasserqualität hingegen sei gravierender.

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Bildlegende: Andreas Hofer ist Kantonsratspräsident und Berufsfischer auf dem Sempacher- und Baldeggersee. SRF

«Wir haben bereits besorgte Kunden, die wissen wollen, ob die Fische aus dem Sempachersee wegen der Krebspest noch geniessbar sind», sagt Andreas Hofer, der zusammen mit seinem Bruder einen professionellen Fischereibetrieb auf dem Sempachersee führt. Er versichert, dass die Krebspest auf die Qualität der Fische keinen Einfluss habe.

Sensibles Ökosystem

Bereits im Frühling wurde bekannt, dass der Sempachersee eine Welsplage hat, die die einheimischen Raubfische verdrängen. « Das sind Eingriffe in ein Ökosystem, das sehr sensibel reagiert», sagt Hofer, es gebe aber nicht nur eingeschleppte Wassertiere, sondern auch Pflanzen, die nicht in den See gehören würden. Das habe in den letzten zwei Jahrzehnten zugenommen.

Überdüngung ist grösseres Problem

«Ich habe 1984 das grosse Fischsterben wegen massiver Überdüngung miterlebt, da hat man als Berufsfischer Augenwasser», sagt Andreas Hofer. «Für mich sind Phosphate und die intensive Landwirtschaft das grössere Problem als die eingeschleppten Arten.» Trotz allem sei die Fischerei aber noch immer ein extrem schöner Beruf und die Momente auf dem See würden für vieles entschädigen, sagt Hofer, der für die Grünen politisiert und aktuell höchster Luzerner ist.