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Zentralschweiz Übernahmestreit: Sika-Führung siegt vor Kantonsgericht

Wichtiger Etappensieg für den Verwaltungsrat des Bauchemiekonzerns Sika: Das Kantonsgericht Zug hat die Klage der Schenker-Winkler Holding abgewiesen. Die an der GV beschlossene Stimmrechtsbeschränkung sei rechtens gewesen. Die Gründerfamilie will den Entscheid jedoch weiterziehen.

Legende: Video «Urteil im Sika-Streit» abspielen. Laufzeit 3:40 Minuten.
Aus 10vor10 vom 28.10.2016.

Das Zuger Kantonsgericht hat im milliardenschweren Sika-Streit zugunsten des Zuger Bauchemie-Konzerns entschieden. Die Klage der Schenker-Winkler Holding wurde abgewiesen. Die Stimmrechtsbeschränkung (Vinkulierung) der Schenker-Winkler Holding (SWH) auf 5 Prozent aller Namenaktien an der Generalversammlung 2015 war nach Ansicht des Gerichts rechtmässig.

Sika-Verwaltungsratspräsident Paul Hälg an Medienkonferenz.
Legende: Sika-Verwaltungsratspräsident Paul Hälg. Keystone

Sika-Verwaltungsratspräsident Paul Hälg zeigte sich erfreut über das Urteil des Zuger Kantonsgerichts. «Das ist eine sehr gute Nachricht für Sika und die Aktionäre.»

Die von den Familienaktionären gehaltene SWH verfügt mit 16 Prozent am Aktienkapital über rund 53 Prozent der Stimmrechte. Mit der Beschränkung des Stimmrechts hatte der Verwaltungsrat von Sika die Unabhängigkeit des Konzerns vorerst gewahrt. Die SWH will ihre Kontrollmehrheit an Sika an den französischen Saint-Gobain-Konzern veräussern, die Sika-Führung lehnt dagegen eine Übernahme der Kontrolle durch die Franzosen ab.

SWH will Urteil weiterziehen

Unterdessen hat die Schenker-Winkler Holding bereits den Weiterzug des Verfahrens angekündigt. Man sei weiterhin der Auffassung, dass die vom Verwaltungsrat der Sika AG beschlossene selektive Unterdrückung ihrer Stimmrechte widerrechtlich war, heisst es in einer Stellungnahme.

«Die aufgeworfenen Rechtsfragen sind von grundsätzlicher und weitreichender Bedeutung», begründet Urs Burkard, Vertreter der Familie im Verwaltungsrat, den Gang vor die nächste Instanz.

Mit der heutigen Entscheidung ist der Verkauf von Sika an Saint-Gobain für SWH nicht vom Tisch. Der bestehende Verkaufsvertrag zwischen der Familie Burkard und dem französischen Konzern Saint-Gobain ist gültig bis Ende Juni 2017 und kann von Saint-Gobain bis Ende 2018 verlängert werden, betont die Holding in der Mitteilung.

2 Kommentare

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  • Kommentar von D. Schmidel (D. Schmidel)
    Wenn Eigentümer einer Aktiengesellschaft nicht mehr im Interesse der Gesellschaft handeln, kann sie der Verwaltungsrat entmachten und ihr Stimmrecht zurückstufen. Dies ist richtig so und wird auch vor Bundesgericht standhalten.
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  • Kommentar von Bruno Hochuli (Bruno Hochuli)
    Ich weis nicht was in den Köpfen der Familie Burkard vorgeht, Sie wollen eine super aufgestellte Firma ins Ausland verkaufen. Es scheint eine Zwängerei zu sein, wie kleine Kinder, welche unbedingt ein neues Spielzeug wollen. Dass die Familie noch nicht bemerkt hat, dass das Schweizervolk hinter SIKA steht ist ein Zeichen, dass sie keine Ahnung vom Denken der Bürger hat und anscheinend abgesondert lebt. Schade!
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