Chinesen in der Schweiz Umsatzeinbussen bei Zentralschweizer Touristikern

Touristen aus China sind für die Anbieter in der Region sehr wichtig. Doch genau mit diesen Gästen machten die Unternehmen 2016 fast 20 Prozent weniger Umsatz. Der Luzerner Tourismus-Direktor Marcel Perren will dem Rückgang nicht tatenlos zusehen.

Eine chinesische Touristin in einem Souvenir-Shop. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Eine chinesische Touristin auf dem Titlis. Ihre Landsleute sind zum Teil verunsichert und meiden deshalb Europa. Keystone

«Ein Gast aus China gibt in Luzern pro Tag durchschnittlich 450 Franken aus. Bei Touristinnen und Touristen aus der Schweiz sind es 160 Franken», sagt Marcel Perren, der Luzerner Tourismusdirektor.

Chinesische Touristen sind entsprechend wertvoll für die hiesigen Anbieter. Lassen sie sich ihren Aufenthalt doch fast dreimal so viel kosten, wie einheimische Reisende.

Nach Rekordjahren verzeichnen die Touristiker der Region Vierwaldstättersee nun für 2016 deutliche Rückgänge. «Durchschnittlich gingen die Geschäfte mit chinesischen Gästen um 18 Prozent zurück», erläutert Perren die Situation. Gründe dafür gibt es deren drei:

  • Die Anschläge Ende 2015 in Paris verunsicherten viele. Paris ist eines der Ziele auf einer klassischen Europareise von Asiatinnen und Asiaten.
  • Die chinesische Wirtschaft lahmt, das Portemonnaie sitzt entsprechend nicht mehr so locker, wie auch schon.
  • Seit November 2016 braucht es für die Einreise in die europäischen Schengen-Länder ein biometrisches Visum, was eine gewisse Hürde darstellt.

Von den Ausfällen sind aber nicht nur die Hotels und Bahnbetriebe betroffen, sondern auch Uhrenläden. Eine Zahl hier: Durchschnittlich gibt eine Chinesin, ein Chinese in Luzern rund 4000 Franken für eine Uhr aus.

Sind die fetten Jahre vorbei?

Viele Zentralschweizer Tourismus-Anbieter vermeldeten 2015 noch Rekordzahlen. Die Einbussen letztes Jahr muss man also relativieren. Dennoch ist offen, wie lange der Rückgang anhält.

Entsprechend gibt Tourismus-Direktor Marcel Perren Gegensteuer: «Wir haben in China einen Agenten, der jeden Tag nichts Anderes macht, als Kunden zu aquirieren. Er ist nun umso mehr gefordert.»

Mittelfristig ist Perren überzeugt, dass sich die Zahlen wieder ausgleichen oder gar übertreffen werden. Auch dank der steigenden Zahl von Individualreisenden aus China. «Sie machen heute rund einen Viertel aus, die Gruppenreisen drei Viertel. Diese Gäste bleiben tendenziell länger, was auch für andere Branchen, nebst Hotels oder Uhrenläden, interessant ist.»

Regionaljournal Zentralschweiz, 17:30 Uhr