Ungewöhnlich viele Todesfälle in Schwyzer Landwirtschaft

Dieses Jahr verunglückten im Kanton sieben Bauern tödlich. Das entspricht rund einem Fünftel aller Unglücke in der Schweizer Landwirtschaft. Weshalb die Zahl im Kanton Schwyz derart hoch ist, hat mehrere Gründe.

34 tödliche Unfälle wurden dieses Jahr in der Schweizer Landwirtschaft registriert. Das sind leicht mehr als in den Vorjahren. Einer der Hauptgründe für solch schwere Unfälle sei der steigende Zeit- und Kostendruck, stellt Hans Stadelmann fest. Er ist Experte bei der Beratungsstelle für Unfallverhütung in der Landwirtschaft.

«Was man sonst in der Wirtschaft beobachtet, gilt auch für die Bauern: Die gleiche Arbeit muss mit weniger Personal verrichtet werden, damit die Kasse stimmt. Da kommen Landwirte schnell in Versuchung, noch kurz dieses und jenes zu erledigen und genau dann passieren Unfälle», sagt Stadelmann.

Spezielle Voraussetzungen

Im Kanton Schwyz komme erschwerend dazu, dass die Topografie zum Teil recht anspruchsvoll sei, mit steilen Hängen, schmalen Strässchen und zahlreichen Alpbetrieben. «Da kann man das Risiko nie ganz beseitigen», hält Hans Stadelmann fest.

Tatsächlich kamen drei der tödlich verunfallten Bauern im Kanton Schwyz mit ihrem Fahrzeug vom Weg ab. Was ausserdem auffällt: Die meisten der Todesopfer waren älter als 63 Jahre.

Unfall-Experte Stadelmann sagt dazu: «Viele Landwirte wollen oder können nicht einfach in Pension gehen. Wenn beispielsweise ein Nachfolger fehlt, machen sie einfach weiter und in zunehmendem Alter schwinden die Kraft und das Reaktionsvermögen.»